Berlin. Am Tag nach dem Absturz von zwei Eurofightern der deutschen Luftwaffe im nordöstlichen Bundesland Mecklenburg-Vorpommern mit einem getöteten Piloten geht die Ursachensuche weiter. Auch in der Nacht ist die Suche nach Wrackteilen und die Sicherung der Absturzstellen fortgesetzt worden.

Dabei kamen Nachtsichtgeräte und starke Scheinwerfer zum Einsatz. Insgesamt sei die Zahl der beteiligten Bundeswehr-Angehörigen auf mehr als 300 erhöht worden. Sie ersetzen die gut 200 Polizeibeamten, die am Montagnachmittag unmittelbar nach der Flugzeugkatastrophe mit der Suche nach den Piloten und der Sicherung der Unglücksorte begonnen hatten, am späten Abend dann aber abgezogen wurden.

Bei Luftkampfübungen waren zwei Eurofighter über der Mecklenburgischen Seenplatte zusammengestoßen und mehrere Kilometer voneinander entfernt abgestürzt. Beiden Piloten gelang es zwar noch, die Schleudersitze zu aktivieren. Doch wurde ein Pilot getötet. Der zweite überlebte das Unglück und wurde verletzt in ein Krankenhaus gebracht. Angaben zu dessen Gesundheitszustand gibt es nicht. Der Zusammenstoß gilt als das schwerste Unglück der Bundeswehr in Deutschland seit Jahren. Zivile Opfer gab es nicht.

Drei Kampfflugzeuge an Übung beteiligt

Die Bundeswehr habe die Untersuchung der Unfallursache übernommen. Dazu gehöre auch die Auswertung der Flugdatenschreiber beider Maschinen. Die Leitung der Untersuchung liegt beim General Flugsicherheit, das ist eine Position mit eigener Abteilung im Luftfahrtamt der Bundeswehr. Amtsinhaber ist Brigadegeneral Peter Klement. Er ist am Montagabend Nossentin eingetroffen und hat die Leitung der Flugunfalluntersuchung übernommen.

Die deutsche Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) hatte am Montag den Unglücksort besucht und ihre Trauer über den Verlust der Soldaten bekundet. Die Maschinen gehörten zum Luftwaffengeschwader 73 "Steinhoff", das in Laage bei Rostock stationiert ist. Dessen Hauptaufgabe ist die Ausbildung der deutschen Eurofighter-Piloten. Trainingsflüge führen den Angaben zufolge regelmäßig ins Gebiet der mecklenburgischen Seenplatte.

An der Übung war auch ein drittes Kampfflugzeug beteiligt, das aber nicht in die Kollision verwickelt war. Die Eurofighter waren nicht bewaffnet. (apa, dpa)