Lateinamerika wird gerne als Beispiel hergenommen, um Europäern vorzuhalten, wie gläubig man in anderen Weltregionen ist. Wie schwach - oder doch stark? - der Glaube in Europa tatsächlich ausgeprägt ist, hat das Pew Research Center erhoben. Die Frage, ob sie an die Existenz eines Gottes glauben, haben nur 10 Prozent der Deutschen und 13 Prozent der Österreicher positiv beantwortet - in Rumänien hingegen waren es ganze 64 Prozent.

Auffällig ist, dass die Gottgläubigkeit in vielen osteuropäischen Ländern höher ist als in Westeuropa. Dies korreliert mit dem Umfrageergebnis, dass der Glaube an Gott insbesondere in wirtschaftlich starken Ländern, etwa mit einem hohen BIP pro Kopf, gering ist. Umgekehrt ist er in vielen wirtschaftlich schwachen Ländern Europas hoch. Ob die Wirtschaftskraft alleine als Erklärung für die so stark unterschiedliche Ausprägung der Gläubigkeit unter den Befragten ausreicht, darf allerdings bezweifelt werden. Wichtige Faktoren sind wohl auch historische Entwicklungen und der Anteil der verschiedenen Religionen an der Bevölkerung.