Die deutsche Hauptstadt erinnert mit einer Festivalwoche an den Fall der Mauer vor 30 Jahren. Den Auftakt dazu gibt am Montag Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) auf dem Alexanderplatz. Dort hatten vor genau 30 Jahren am 4. November 1989 Hunderttausende Ostdeutsche für Meinungsfreiheit und Demokratie demonstriert.

Kunstinstallation Poetic Kinetics vor dem Brandenburger Tor. - © Kunstinstallation: Patrick Shearn of Poetic Kinetics, kuratiert von Kulturprojekte Berlin
Kunstinstallation Poetic Kinetics vor dem Brandenburger Tor. - © Kunstinstallation: Patrick Shearn of Poetic Kinetics, kuratiert von Kulturprojekte Berlin

Es war wenige Tage vor dem Mauerfall die größte Massendemonstration in der DDR-Geschichte. Der historische Tag soll Montagabend mit einer großen Performance an dem originalen Schauplatz wieder lebendig werden, hieß es.


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7 Tage - 7 Orte

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Unter dem Motto "7 Tage - 7 Orte" sind bis zum 9. November an Berliner Orten der friedlichen Revolution Lesungen, Installationen, Zeitzeugen-Gespräche, Info-Pavillons, Filme und Ausstellungen geplant, wie die Kulturprojekte GmbH mitteilte. Sie organisiert im Auftrag des rot-rot-grünen Senats die mehr als 200 Veranstaltungen.

Der Berliner Kultursenator Klaus Lederer (Linke) hatte das dezentrale Konzept damit begründet, dass sich die Lage in Deutschland verändert habe. Aus einstiger Aufbruchstimmung sei Nachdenklichkeit und Sorge um den Erhalt der Demokratie geworden. Zum 25. Jahrestag des Mauerfalls stiegen noch leuchtende Ballons entlang der früheren Grenze in einer spektakulären Aktion in den Nachthimmel auf.

Nachwirkungen

Der Präsident des Abgeordnetenhauses, Ralf Wieland, hat für Montagabend zu einer Diskussion über die Nachwirkungen der friedlichen Revolution ins Landesparlament geladen. Dort wird auch die frühere DDR-Oppositionelle Marianne Birthler erwartet. Sie gehörte damals zu den Rednern auf dem Alexanderplatz. Die Sängerin Uschi Brüning, der Liedermacher Gerhard Schöne sowie der Musiker Lukas Natschinski geben im Anschluss ein Konzert.

Zuvor wird Klaus Lederer (Linke) am Brandenburger Tor eine Kunstinstallation präsentieren. Rund 30.000 Zettel mit Visionen, Wünschen oder Botschaften von Menschen wurden zu einer 150 Meter langen Freiheitswolke verknüpft, die über der Straße des 17. Juni aufgespannt ist. Die Aktion solle an Transparente von Demonstrationen aus dem Herbst 1989 erinnern. Am Montag wird zudem eine Ausstellung mit dem Titel "Freiheitslinie U5. Nächster Halt Freiheit?" im U-Bahnhof Schillingstraße eröffnet.

Bühnenshow am Brandenburger Tor

Höhepunkt der Woche soll dann am Abend des 9. November eine große Bühnenshow am Brandenburger Tor sein. Dort wird auch der deutsche Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier zu den Menschen sprechen. Auch eine Rede von Birthler sei vorgesehen. Die Staatskapelle Berlin unter Daniel Barenboim spielt die 5. Sinfonie von Ludwig van Beethoven.

Steinmeier sowie die deutsche Kanzlerin Angela Merkel (CDU) werden an dem Jahrestag zu der zentralen Gedenkveranstaltung in der Mauer-Gedenkstätte an der Bernauer Straße erwartet. Dort sollen auch Kerzen entzündet werden. Damit solle der Mut der DDR-Opposition gewürdigt werden, die die friedliche Revolution erst möglich gemacht habe, teilte die Mauer-Stiftung mit.

Während der Festivalwoche können Interessierte in Berlin auf einer "Route der Revolution" in die Vergangenheit eintauchen oder an Diskussionen und Konzerten teilnehmen. Neben dem Alexanderplatz gehören dazu laut der Kulturprojekte GmbH das Brandenburger Tor, die Gethsemanekirche und die frühere Stasi-Zentrale. (apa, dpa)