Mit einer Unterschriftensammlung hat eine EU-weite Bürgerinitiative zum Schutz der Bienen und Ökosysteme begonnen. Bauern sollen beim Umstieg auf eine umweltfreundliche Landwirtschaft unterstützt und synthetische Pestizide wie Glyphosat bis 2035 aus dem Verkehr gezogen werden, berichtete die Nichtregierungsorganisation Global 2000. Bis September 2020 habe das Bündnis aus Politik und Umweltverbänden nun Zeit, EU-weit eine Million Unterschriften aus mindestens sieben EU-Ländern zu sammeln, teilten die Initiatoren mit.

Gelingt dies, muss sich die EU-Kommission mit den Anliegen der Initiative beschäftigen und dann entscheiden, ob sie die Forderungen gesetzlich verankert. Unterstützt wird das Vorhaben bisher von mehr als 90 Organisationen aus 17 EU-Ländern, darunter Verbände aus der Imkerei und der Landwirtschaft, sowie aus dem Gesundheits- und Umweltbereich.

Konkret fordert "Rettet Bienen und Bauern" die Reduktion des Pestizideinsatzes um 80 Prozent bis 2030 - beginnend mit den gefährlichsten Substanzen -, um bis 2035 frei von synthetischen Pestiziden zu sein. Weiters geht es um die Wiederherstellung der biologischen Vielfalt durch den Wiederaufbau der natürlichen Ökosysteme sowie die Unterstützung der Bauern beim Übergang.

Verstärkt geschützt sollen Bienen werden. Immerhin hängen in der Europäischen Union 84 Prozent der Kulturpflanzen- und 78 Prozent der Wildblumenarten zumindest teilweise von der Bestäubung ab, rechnen die Initiatoren vor. Bis zu 15 Milliarden Euro der jährlichen Agrarproduktion der EU würden direkt auf die Bestäuber zurückgeführt. (apa)