Bei einem Messerangriff in London sind am Sonntag drei Menschen auf offener Straße verletzt worden. Eines der Opfer schwebt laut Polizei in Lebensgefahr. Zwei wurden mit einer Stichwaffe verletzt, ein drittes Opfer erlitt Verletzungen durch Glassplitter, der Täter wurde laut Polizei innerhalb weniger Minuten nach Beginn der Attacke erschossen. Der Vorfall ereignete sich auf einer belebten Einkaufsstraße in Streatham im Süden der britischen Hauptstadt.

Wie Augenzeugen der BBC berichteten, soll der Angreifer einen Gegenstand am Oberkörper getragen haben, der einem Sprengstoffgürtel ähnelte. Die Polizei bestätigte später entsprechende Augenzeugenberichte. Es habe sich dabei um eine Attrappe gehandelt.

Haftstrafe wegen Verbreitung islamistischer Propaganda

Laut dem Sender Sky News hatte die Attacke einen islamistischem Hintergrund. Der Attentäter war nach Medienberichten einschlägig vorbestraft. Der Polizei zufolge handelt es sich bei dem Täter offenkundig um einen erst kürzlich aus dem Gefängnis entlassenen 20-Jährigen. Er war 2018 zu drei Jahren Haft verurteilt worden, weil er Material für einen islamistisch motivierten Terroranschlag gesammelt und Propaganda verbreitet hatte. Laut "Independent" soll er einmal sogar seine Freundin aufgefordert haben, ihre Eltern zu enthaupten, weil diese Ungläubige seien. Trotzdem kam er Ende Jänner vorzeitig auf freien Fuß.

Ein Anschlag dieser Art in London hatte sich zuletzt im November ereignet. Damals hatte die Polizei einen Mann erschossen, der die Attrappe einer Sprengstoffweste getragen hatte. Er hatte zwei Menschen erstochen und drei weitere verletzt, bevor Passanten ihn überwältigen. Auch damals sprach die Polizei von einem terroristischen Hintergrund.

 

Angriff auch in Belgien

Nach einem Messerangriff im belgischen Gent hat die Nachrichtenagentur Belga Sonntagabend unter Berufung auf die Staatsanwaltschaft gemeldet, es gebe keinerlei Hinweis auf einen terroristischen Hintergrund. Details wollten die Behörden aber frühestens am Montag preisgeben.

Die Polizei hatte Medienberichten zufolge am Sonntagabend eine verdächtige Person angeschossen und an der Hand verletzt. Diese soll zuvor zwei Menschen mit einem Messer angegriffen haben, wie belgische Medien berichteten. Die Opfer seien nicht lebensgefährlich verletzt. (reuters, dpa)