In Tschechien steht das Ende der Telefonzelle bevor. Der Staat wird die öffentlichen Basistelefone von 2021 an nicht mehr subventionieren. Das hat die Telekommunikationsbehörde CTU  in Prag beschlossen. Die Telefongesellschaft O2 Tschechien will die letzten Telefonzellen danach abbauen, weil ein kostendeckender Betrieb nicht mehr möglich sei. 

Die öffentliche Telefonie in Tschechien geht zurück auf ANfang des 20. Jahrhunderts. (Symbolfoto).  - © Wittkowsky, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=5915138
Die öffentliche Telefonie in Tschechien geht zurück auf ANfang des 20. Jahrhunderts. (Symbolfoto).  - © Wittkowsky, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=5915138

Zum einen nehme die Zahl der Gespräche immer weiter ab, teilte eine Sprecherin mit. Zum anderen verursache Vandalismus hohe Instandhaltungskosten.

Mindestversorgung

Derzeit betreibt O2 Tschechien als Nachfolger der früheren staatlichen Post noch rund 1.150 Telefonzellen, die in kleinen Gemeinden mit bis zu 200 Einwohnern eine Mindestversorgung sicherstellen. Die meisten sind in schlichtem Grau-blau gehalten. Zur Jahrtausendwende gab es noch rund 30.000 öffentliche Telefonautomaten, so die offizielle Bezeichnung.

Mit der Entscheidung geht eine lange Geschichte zu Ende. Der erste Münzfernfernsprecher wurde in Prag 1911 aufgestellt, noch zu Zeiten der Habsburger-Monarchie. Eine Hochzeit erlebte die Telefonzelle im Sozialismus. Für Privatpersonen war es vor 1989 schwierig, einen eigenen Telefonanschluss zu erhalten. Heute besitzen indes nach Angaben der tschechischen Statistikbehörde CSU knapp 97 Prozent aller Menschen über 16 Jahren ein eigenes Mobiltelefon. (apa)