Berlin. Es ist der nächste schwere Schlag für den ohnehin angeschlagenen spanischen Tourismus: Wegen der stark steigenden Zahl von Corona-Infektionen in Spanien warnt das deutsche Auswärtige Amt nun vor touristischen Reisen in drei Regionen des beliebtesten Urlaubslands der Deutschen. Betroffen von der formellen Reisewarnung sind einer Mitteilung des Auswärtigen Amts vom Freitag zufolge Katalonien mit der Touristenmetropole Barcelona und den Stränden der Costa Brava sowie die westlich davon im Landesinneren liegenden Regionen Aragón und Navarra, nicht aber Mallorca und auch nicht die Kanaren.

Testpflicht für Rückkehrer

Bisher hatte das Ministerium nur von Urlaubsreisen in die drei stark betroffenen Regionen abgeraten. Das ist quasi eine Alarmstufe unter der Reisewarnung, die nun auch eine kostenlose Stornierung von Reisen ermöglicht. Nun nahm aber am Freitag das Robert Koch-Institut (RKI) die drei Regionen in die Liste der Risikogebiete auf, die von den Reisehinweisen und Reisewarnungen des Auswärtiges Amts (AA) unabhängig geführt wird. Die Reisewarnung des AA war daraufhin erwartet worden.

Die Begründung des deutschen Gesundheitsministeriums für die Entscheidung des RKI lautete, dass die Schwelle von mehr als 50 Neuinfizierten pro 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen überschritten wurde. Für Reiserückkehrer aus offiziell eingestuften Risikogebieten soll in der kommenden Woche eine Corona-Testpflicht kommen - über freiwillige Tests hinaus, die für alle Einreisenden aus dem Ausland kostenfrei möglich sein sollen.

"Beobachten Situation sehr genau"

Im Gegensatz zu Deutschland sieht Österreich derzeit keinen Handlungsbedarf. "Wir beobachten die Situation sehr genau, momentan besteht noch keine Notwendigkeit für weitere Schritte", hieß es am Freitag auf Anfrage aus dem Außenministerium.

Eine Reisewarnung (Sicherheitsstufe 6) gilt weiterhin nur für die EU-Länder Portugal, Schweden, Bulgarien und Rumänien. Für alle anderen EU-Staaten gilt nach wie vor der Reisehinweis der Stufe 4 ("Hohes Sicherheitsrisiko"), von nicht unbedingt notwendigen Reisen wird abgeraten. (apa,dpa)