Die Balearen in Spanien, also die Inseln Ibiza, Mallorca und Menorca, sind nun auch von einer Reisewarnung betroffen. Sie gilt ab Montag, ab dann braucht es bei der Einreise einen negativen PCR-Test, andernfalls müssen die Urlauber in Quarantäne gehen. Wer bis dahin wieder zurückkommt, kann sich auch auf allen Flughäfen in Österreich kostenlos testen lassen.

Bisher galt die Reisewarnung für Spanien nur für das Festland, die Kanarischen Inseln bleiben weiterhin ausgenommen, da die Infektionszahlen dort deutlich niedriger sind. "Der Ballermann ist der beste Freund des Coronavirus", sagte Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) auf einer Pressekonferenz des Regierungsspitze am Dienstagnachmittag. Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) erklärte die Frist bis Montag, dass man den Urlaubern Zeit geben wolle, umzuplanen.

Auch aus Kroatien ortet die Regierung eine Zunahme von Infektionsfällen bei Reiserückkehrer durch Partyverhalten. Es sei vor allem der Anstieg, der "uns Sorgen macht", so Anschober. Vor drei Wochen seien 9 Personen, die in Kroatien ihren Urlaub verbrachten, positiv auf Sars-CoV-2 getestet worden, die Woche drauf waren es 39, in der Vorwoche 190. Dass diese Woche noch deutlich mehr positive Ergebnisse bringen wird, ist anzunehmen. Laut Anschober sind 7000 Personen für Tests angemeldet oder bereits getestet worden. Viele der Rückkehrer sind junge Menschen, die weitaus öfter symptomlos bleiben bei einer Infektion. Anschober hatte auch auf Twitter an die reisende Jugend appelliert.

Die Regierung kündigte zudem an, dass die Grenzkontrollen intensiviert werden, dafür sollen 500 Polizistinnen und Polizisten sowie auch 800 Soldaten den regionalen Behörden helfen. "Es wird von Tag zu Tag stärker kontrolliert, wir wollen in die Breite gehen", sagte Anschober. Bisher habe es zuletzt 41.000 derartige Gesundheitskontrollen an den Grenzen, vor allem im Süden des Landes, gegeben. "Wir meinen das wirklich ernst". Zuständig für die Kontrollen sind die Bezirksbehörden, Kurz bat Kärnten, "die Hilfe anzunehmen", wie er sagte.

Laut Innenminister Karl Nehammer sind derzeit 20.000 Personen in Quarantäne. Bei der Pressekonferenz ging jedoch nicht hervor, ob es sich dabei um behördlich abgesonderte Personen (Infizierte sowie deren engste Kontakte) und/oder auch um Selbstisolation nach der Reiserückkehrer geht. Die tägliche Zahl der Neuinfektionen ist vor allem durch die rückkehrenden Urlauber zuletzt deutlich gestiegen. Die Lage bei den sonstigen Clustern in Österreich sei stabil, sagte Anschober. Er sprach von 286 Neuinfektionen in den vergangenen 24 Stunden.