Angesichts steigender Infektionszahlen verschärft die ungarische rechtsnationale Regierung die Corona-Bestimmungen und schließt ab 1. September die Grenzen des Landes. Das gab Kanzleiminister Gergely Gulyas am Freitag in Budapest bekannt. Ausländische Staatsbürger dürfen damit nur mit begründeter Ausnahme ungarisches Territorium betreten.

Mit der Schließung soll das Risiko der Einschleppung des Virus minimiert werden, da die Mehrheit der Infektionen auf ausländischen Aufenthalt zurückzuführen sei, so Gulyas. Nach Ungarn zurückkehrende ungarische Staatsbürger wiederum müssen 14 Tage in Quarantäne bleiben, außer wenn sie zwei negativen Corona-Tests aufweisen können, die in einem Abstand von zwei Tagen gemacht wurden. Transitkorridore werden gesichert, betonte Gulyas.

Immer mehr Kabinettsmitglieder in Quarantäne

Im östlichen Nachbarland sind die Infektionszahlen zuletzt nach oben geschossen. Auch immer mehr Mitglieder der rechtsnationalen Regierung mussten in Corona-Quarantäne. Einige von ihnen hatten am vergangenen Samstag an einer Gartenparty teilgenommen, wo einer der Teilnehmer im Nachhinein Corona-positiv getestet wurde, berichteten ungarische Medien.

Nach Gulyasund Staatssekretär Balázs Orbán war auch Justizministerin Judit Varga von der Quarantäne betroffen, nachdem sie mit einer corona-positiven Person in Kontakt gekommen war. Sie wurde dann aber negativ getestet. Anders im Falle des Kommunikationsdirektors der Regierungspartei Fidesz, István Hollik, dessen Test positiv war. (reuters)