Die Europäische Union will die Quarantäne für Reisende aus Risikogebieten verkürzen. Die EU-Gesundheitsminister der Mitgliedsstaaten hätten sich auf eine Quarantäne-Zeit von mindestens zehn Tagen statt der bisher 14 Tage verständigt, sagte der deutsche Gesundheitsminister Jens Spahn am Freitag nach einer Konferenz der Minister unter seinem Vorsitz.

Berlin prüft weitere Erleichterungen

Es müsse noch debattiert werden, ob man die Zeit mit einem negativen Test auf fünf Tage verkürzen können. Er könne sich gut vorstellen, dass Deutschland nach einer Abstimmung mit den Bundesländern die zehntägige Frist übernehme. Sollte ein negativer Corona-Test vorgewiesen werden können, werde Deutschland auch eine Frist von fünf Tage prüfen. Spahn sagte aber, andere EU-Staaten seien vorsichtiger und wollten weiter eine Quarantäne von mehr als zehn Tagen.

Als Risikogebiete sind große Teile der Welt und auch Europas eingestuft. Dazu gehören ganz Spanien mit den Urlaubsgebieten der Balearen und Kanaren sowie Regionen auf dem Balkan.

Wirrwarr bei Einreiseregelungen der EU-Länder

Wie bereits zu Beginn der Pandemie im Frühjahr gehen die EU-Staaten derzeit sehr unterschiedlich bei Reisebeschränkungen wegen Covid-19 vor. So warnt etwa Österreich vor Reisen nach Kroatien, Deutschland stuft Kroatien nur in Teilen als Risikogebiet ein. Ungarn hat unter Berufung auf Corona sogar generell die Einreise untersagt. Ausnahmen gibt es nur für Reisende aus Polen, Tschechien und der Slowakei.

Die EU-Kommission startet derweil einen neuen Anlauf, gemeinsame Kriterien auch für die innerhalb der EU unterschiedlichen Regelungen bei Reisebeschränkungen wegen der Corona-Krise. Dazu legte Brüssel am Freitag einen Vier-Punkte-Plan vor, in dem auch ein Farbcode-System zur Kennzeichnung von Risikogebieten vorgeschlagen wird. (APA/Afp/Reuters)