Nach der Kundgebung am vergangenen Wochenende in Berlin ist es am Samstag auch in Rom zu einer Demonstration gegen die Coronamaßnahmen gekommen. Rund 2.000 Personen beteiligten sich an einer Kundgebung im Stadtzentrum der italienischen Hauptstadt gegen die Coronaauflagen. Demonstriert wurde gegen die "sanitäre Diktatur".

Die Demonstranten in Rom protestierten vor allem gegen die Maskenpflicht für Schulkinder und gegen die Impfpflicht. - © APAweb / AFP, Pinto
Die Demonstranten in Rom protestierten vor allem gegen die Maskenpflicht für Schulkinder und gegen die Impfpflicht. - © APAweb / AFP, Pinto

   Die Veranstalter der Demonstration positionierten sich eindeutig als Impfgegner und forderten die Abschaffung eines seit 2017 geltenden Gesetzes, wonach schulpflichtige Kinder gegen zehn Krankheiten, darunter Diphtherie, Tetanus und Masern, geimpft werden müssen. Die Organisatoren der Kundgebung behaupteten, das massive Injizieren von Impfstoffen sei für die Gesundheit der Kinder gefährlich. "Hände weg von den Kindern!", skandierten die Demonstranten.

Notstand bis 15. Oktober

Eine Ansprache hielt die Anführerin der Anti-Impf-Bewegung "No Vax", die venezianische Abgeordnete Sara Cunial, die mit ihren kritischen Positionen in Sachen Coronamaßnahmen bereits in den vergangenen Monaten im Parlament für Aufregung gesorgt hatte. Sie attackierte die Regierung von Regierungschef Giuseppe Conte wegen des Beschlusses, den Coronavirusnotstand bis zum 15. Oktober zu verlängern. Damit rüttle die Regierung an den demokratischen Prinzipien, da die Funktion des Parlaments deutlich beeinträchtigt werde.

   Die Demonstranten skandierte Slogans gegen die Regierung, die wegen der Coronavirusepidemie die Italiener zwei Monate lang unter "Hausarrest" gestellt hätte. Sie warnten vor der Gefahr, dass die Pandemie dazu genutzt werde, um den Völkern eine "neue Weltordnung" aufzuzwingen.

Strafen gefordert

"Diese Demonstration ist schauderhaft. Die wesentlichen Regeln wie Mundschutz und Distanzierung müssen eingehalten werden. Die Italiener müssen angesichts der Coronavirus-Herausforderung geschlossen bleiben", kritisierte Gesundheitsminister Roberto Speranza.

Parlamentarier der regierenden Sozialdemokraten (PD - Partito Democratico) forderten Strafen für die Demonstranten. "In einem Rechtsstaat müssen Gesetze respektiert werden, es darf keine Grauzonen geben. Wir erwarten uns, dass die Polizei mithilfe der Videos von Überwachungskameras jene Personen bestraft, die sich nicht an die Vorsichtsmaßnahmen gehalten haben", forderte der PD-Fraktionschef im Senat, Andrea Marcucci. EU-Wirtschaftskommissar Paolo Gentiloni bezeichnete die Demonstranten als "kopflos". "Wer Verschwörungstheorien propagiert, schadet sich selbst und unserem Land", kritisierte der Ex-Premier.

(apa)