Ein hurrikanartiger Sturm ist am Freitag über den Westen Griechenlands hinweggefegt und hat für Flugumleitungen, Überschwemmungen und Stromausfällen gesorgt. Laut griechischer Zivilschutzbehörde wütete "Ianos" mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 117 Stundenkilometern. "Überall stürzen Bäume um", berichtete die Gouverneurin der Ionischen Inseln, Rodi Kratsa, im Fernsehsender TV ERT.

Symbolbild - © pixabay
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Auf Kefalonia, Ithaka und Zakynthos gab es Stromausfälle, Straßen waren unpassierbar. Geringere Schäden wurden von den Inseln Korfu und Lefkada gemeldet.

Nach Angaben der Küstenwache geriet vor der Halbinsel Peloponnes ein Flüchtlingsboot mit etwa 55 Insassen in Seenot. Die Küstenwache könne zunächst kein Schiff zu Hilfe schicken, habe jedoch andere Schiffe in dem Gebiet um Unterstützung gebeten. Die Regierung kündigte an, mehr als 800 Asylbewerber aus drei Lagern in der Nähe von Athen wegen des Sturms vorsichtshalber in einer Konferenzhalle in der Hauptstadt unterzubringen.

Flieger umgeleitet

Den Vorhersagen zufolge sollte der mediterrane Sturm - auch Medicane genannt - noch bis zum Nachmittag über dem Westen des Landes wüten und später in Richtung Süden weiterziehen. Parallel wurde eine Sturmfront über Zentral-Griechenland erwartet. "Wir haben noch 36 Stunden von Extrem-Wetterbedingungen vor uns", sagte Kostas Lagouvardos vom nationalen Wetterdienst im Staatsfernsehen.

Zwei Maschinen der Fluggesellschaft Ryanair konnten in der Früh nicht wie geplant auf der Insel Kefalonia im Ionischen Meer landen und wurden nach Athen umgeleitet. Der örtliche Fährverkehr wurde eingestellt.

Laut der Nachrichtenagentur ANA wurde vor der Insel Ithaka ein Segelboot von den Wellen mitgerissen, die beiden Insassen konnten sich ans Ufer retten. Ein weiteres Boot sank im Hafen von Zakynthos.

Die Zivilschutzbehörde warnte vor jeglichen nicht notwendigen Reisen während des Sturms. Wegen drohender Überschwemmungen sollten Keller nicht betreten werden. Der Bürgermeister der Inselhauptstadt Argostoli auf Kefalonia, Dionysis Minetos, sagte im griechischen Fernsehen, die Bewohner sollten in ihren Häusern bleiben und nicht auf die Straße gehen.

Der Zivilschutz stellte in besonders gefährdeten Gebieten vorsorglich Rettungsteams bereit, auch drei Rettungshubschrauber sind in Alarmbereitschaft. Im September 2018 waren bei einem Medicane zwei Menschen auf der Insel Evia ums Leben gekommen. (apa)