Nach der Messerattacke in der Nähe der ehemaligen Redaktionsräume des Pariser Satiremagazins "Charlie Hebdo" mit zwei Verletzten gibt es einen Terrorverdacht. Die Anti-Terror-Staatsanwaltschaft in Paris bestätigte am Freitag der Deutschen Presse-Agentur, dass sie ermittelt. Nach der Attacke am Freitag zu Mittag wurden zwei Verdächtige festgenommen. Zudem wurde ein Beil in der Nähe des Tatorts gefunden.

Frankreichs Premier Jean Castex und Innenminister Gérald Darmanin sowie die Pariser Bürgermeisterin Anne Hidalgo fuhren am Nachmittag zum Tatort. Diese befindet sich in unmittelbarer Nähe jenes Gebäudes, wo früher das Magazin ansässig war. Die beiden Opfer waren nach Medienberichten ein Mann und eine Frau, die für eine TV-Produktionsfirma arbeiteten, die in dem Gebäude ansässig ist. Nach Angaben von Castex handelte es sich bei den Opfern um Journalisten.

EU-Ratschef Charles Michel brachte sein Mitgefühl zum Ausdruck. "Alle meine Gedanken sind bei den Opfern dieser feigen Gewalttat", schrieb der Belgier am Freitag auf Twitter. Seine Solidarität gehe an das französische Volk. Michel betonte: "Der Terror hat auf europäischem Boden keinen Platz."

Berichten zufolge wurden im Zentrum der Stadt mehrere Schulen und Krippen vorsichtshalber geschlossen. Der Bereich um den Tatort wurde von den Einsatzkräften komplett abgesperrt. Medien berichteten, dass Tausende Schüler und Kindergartenkinder ihre Schulen und Kindergärten stundenlang nicht verlassen durften.

Der Terrorismusprozess um den blutigen islamistischen Anschlag auf "Charlie Hebdo" läuft seit Monatsbeginn in Paris. Angeklagt sind 14 Menschen. Bei der mehrtägigen Anschlagsserie waren im Jänner 2015 insgesamt 17 Menschen getötet worden. Die Anschläge trafen nicht nur die Redaktion von "Charlie Hebdo", sondern auch einen koscheren Supermarkt in Paris. Die drei Täter wurden damals von Sicherheitskräften erschossen.

Den Angeklagten wird vorgeworfen, in unterschiedlicher Weise bei der Vorbereitung der Anschläge geholfen sowie einer terroristischen Vereinigung angehört zu haben. In den meisten Fällen drohen Haftstrafen von bis zu 20 Jahren. Beschuldigte sollen beispielsweise Waffen besorgt oder eine Unterkunft zur Verfügung gestellt haben. "Charlie Hebdo" hatte zuletzt erneut Mohammed-Karikaturen veröffentlicht und war daraufhin wieder bedroht worden. (apa, reuters)