In der Nähe von Paris ist am Freitag nach ersten Erkenntnissen ein Mann enthauptet worden. Nach der Tat am späten Nachmittag nahe einer Schule in Conflans-Sainte-Honorine wurde die Anti-Terror-Staatsanwaltschaft eingeschaltet. Man ermittle unter anderem wegen Mordes mit Terrorhintergrund.

Der mutmaßliche, mit einer Stichwaffe bewaffnete Täter habe die nach einem Anruf hinzukommenden Polizisten in dem nordwestlich der französischen Hauptstadt gelegenen Ort bedroht und sei dann auf dem Gebiet der benachbarten Stadt Eragny von der Polizei angeschossen und schwer verletzt worden, verlautete am Abend aus Ermittlerkreisen. Der Sender BFM TV und die Nachrichtenagentur Reuters berichteten hingegen, dass der mutmaßliche Täter getötet worden sei.

Ein Polizeisprecher teilte indes mit, dass es sich bei dem Opfer um einen Geschichtslehrer handeln soll. Er soll Karikaturen des Propheten Mohammed gezeigt haben, hieß es aus Ermittlerkreisen. Der Täter wiederum soll vor dem Angriff "Gott ist groß" auf Arabisch gerufen haben, wie Augenzeugen berichteten. Nach Medienangaben war der Mann 18 Jahre alt.

Macron fährt zu Tatort

Innenminister Gerard Darmanin kündigte einen Krisenstab mit Präsident Emmanuel Macron und Premierminister Jean Castex an. Nach dem Treffen besuchte Macron den Tatort.

Bildungsminister Jean-Michel Blanquer bezeichnete den mutmaßlichen Terrorangriff als eine Attacke auf die Republik. "Unsere Einheit und Entschlossenheit sind die einzige Antwort auf die Ungeheuerlichkeit des islamistischen Terrorismus", schrieb er am Freitagabend auf Twitter.

Frankreich wird seit Jahren von islamistischen Anschlägen erschüttert - dabei starben mehr als 250 Menschen. Erst vor einigen Wochen hatte es vor dem ehemaligen Redaktionsgebäude des Satiremagazins "Charlie Hebdo" eine Messerattacke gegeben. In Paris läuft seit Anfang September der Prozess nach dem Angriff auf die Redaktion von "Charlie Hebdo" im Jänner 2015. Dabei wurden 17 Menschen getötet. Zuvor hatte das Magazin Mohammed-Karikaturen veröffentlicht. (reu/dpa/afp/apa)