Kriminelle Organisationen wollen die Coronavirus-Krise nutzen, um tiefer ins Wirtschaftsnetz einzudringen. Davor warnte die Polizei in Rom in einem am Mittwoch veröffentlichten Bericht. Mafiöse Clans würden versuchen, auf die Gelder zuzugreifen, die die Regierung für die Wirtschaft locker macht.

Durch Korruption würden Mafiosi versuchen, sich öffentliche Aufträge zu verschaffen. Italien hat als erstes Land eine Taskforce eingerichtet, die in der Corona-Zeit Strategien gegen das Eindringen der Mafia in die legale Wirtschaft entwickeln soll.

Die Polizei warnte auch vor der zunehmenden Aggressivität von Cyber-Kriminellen in Zeiten der Pandemie. In den ersten zehn Monaten 2020 sei die Zahl der virtuellen Angriffe in Italien um 353 Prozent gegenüber dem Vergleichszeitraum 2019 gestiegen. Die Zahl der Anzeigen wegen Cyber-Verbrechen kletterte um 104 Prozent.

Ins Visier seien auch das Gesundheitssystem und im Forschungsbereich aktive Institutionen geraten. Ziel der Hacker sei es, vertrauliche Informationen zur Pandemie, sowie über die Entwicklung von Impfstoffen und Therapien zu erhalten. Einige der wichtigsten Einrichtungen, die Covid-Patienten behandeln, seien Opfer von "Cybererpressungen" geworden. Bei diesen Institutionen trafen Forderungen zur Zahlung von Beträgen in Kryptowährungen zur Wiederherstellung ihrer Informatik-Systeme ein. (apa)