Am 10. Juni wäre Prinz Philip 100 Jahre alt geworden. Aus dem öffentlichen Leben zurückgezogen hatte sich der nun verstorbene britische Prinzgemahl erst im stolzen Alter von 96 Jahren. Bekannt wurde der große Mann an der Seite der eher zierlichen Queen vor allem durch seine markigen Sprüche, die bisweilen auch jenseits des guten Geschmacks angesiedelt waren (dokumentiert etwa im Buch "Duke of Hazard: The Wit and Wisdom of Prince Philip"). So sagte Prinz Philip zum Beispiel:

"Bewerfen Sie sich immer noch mit Speeren?" Auch bei den Aborigines in Australien hatte Prinz Philip einen markigen Spruch parat. - © AFP / Torsten Blackwood
"Bewerfen Sie sich immer noch mit Speeren?" Auch bei den Aborigines in Australien hatte Prinz Philip einen markigen Spruch parat. - © AFP / Torsten Blackwood

"Sie werden gleich den erfahrensten Gedenktafel-Enthüller der Welt sehen."
im Mai 2017 bei der Eröffnung einer neuen Tribüne im Londoner Cricketstadion Lord's Cricket Ground

"Kinder gehen zur Schule, weil ihre Eltern sie nicht zu Hause haben wollen."
im Oktober 2013 zur pakistanischen Kinderrechtsaktivistin Malala Yousafzai, die ein Jahr zuvor von den Taliban fast getötet worden wäre, weil sie sich für das Recht von Mädchen auf Schulbesuche einsetzte - bei Malala löste der Spruch einen Kicheranfall aus.

"Heute Abend sind aber viele von Ihrer Familie da."
im Oktober 2009 bei einem Empfang der indischen Gemeinde in Großbritannien nach einem Blick auf das Namensschild des Geschäftsmanns Atul Patel

"Bewerfen Sie sich immer noch mit Speeren?"
im Jahr 2002 während eines Australien-Besuchs 2002 zu einem Aborigine

"Wissen Sie, dass es jetzt auch Hunde gibt, die für Magersüchtige das Essen übernehmen?"
2002 zu einer blinden Frau mit einem Blindenhund

"Ach, Sie fahren diesen schrecklichen Wagen? Auf dem Weg zum Windsor Castle sieht man ihn ständig."
2001 zum britischen Popstar Elton John

"Also, darin wirst du nie fliegen, du bist zu dick."
2001 zu einem 13-Jährigen, der ihm erzählte, dass er Astronaut werden wolle

"Taub? Ist ja hier auch kein Wunder, dass ihr taub seid."
1999 zu einer Gruppe gehörloser Jugendlicher, die neben einer karibischen Steelband standen

"Und Sie haben es also geschafft, nicht gegessen zu werden?"
1998 in Papua-Neuguinea zu einem Studenten, der den Inselstaat durchwandert hatte

"Wenn ein Cricket-Spieler plötzlich beschließt, in eine Schule zu gehen und mit einem Cricket-Schläger viele Menschen totzuschlagen, was für ihn ein Leichtes wäre: Würde man dann Cricket-Schläger verbieten?"
1996 zur Debatte um ein Schusswaffenverbot nach einem Amoklauf in einer Schule im schottischen Dunblane

"Wie halten sie die Eingeborenen hier lange genug vom Saufen ab, damit sie die Prüfung bestehen?"
1995 zu einem schottischen Fahrlehrer

"Ihr Land ist eines der berüchtigtsten Zentren für den Handel mit bedrohten Tierarten."
1991 in Thailand nach der Entgegennahme eines Umweltschutzpreises

"Wenn Ihr hier länger bleibt, bekommt Ihr noch Schlitzaugen."
1986 zu einer Gruppe britischer Studenten während eines Staatsbesuchs in China

"Wenn es vier Beine hat und kein Stuhl ist, wenn es zwei Flügel hat und fliegt, aber kein Flugzeug ist, und wenn es schwimmt und kein U-Boot ist, werden es die Kantonesen essen."
1986 während eines Treffens des WWF über die chinesische Küche

"Danke Madam - Sie sind doch eine Frau, oder?"
1984 zu einer Ureinwohnerin in Kenia, die ihm ein kleines Geschenk überreichte

"Zuerst forderten alle mehr Freizeit. Nun beklagen sie sich, dass sie arbeitslos sind."
1981 zu britischen Arbeitslosen inmitten einer Rezession

"Britische Frauen können nicht kochen."
1966 - mit dieser Bemerkung brach der in Griechenland geborene Prinz 1966 Millionen Hausfrauen das Herz

"Ich erkläre das Ding für eröffnet - was immer es auch ist."
1969 bei einem Besuch in Kanada

"Die Philippinen müssen halb leer sein - ihr seid alle hier in unseren Krankenhäusern."
im Februar 2013 beim Besuch in einem Londoner Krankenhaus zu einer Krankenschwester von den Philippinen

"Willkommen, Herr Reichskanzler."
1997 zum damaligen deutschen Bundeskanzler Helmut Kohl

"Die wichtigste Erfahrung, die wir gemacht haben, ist die, dass Toleranz der entscheidende Bestandteil jeder glücklichen Ehe ist. Sie können mir glauben: Die Queen verfügt über Toleranz im Überfluss."
im November 1997 nach 50 Ehejahren mit Elizabeth II.

Seine Frau wiederum stellte im März 2012 in ihrer Rede zum 60. Thronjubiläum fest: "Prinz Philip ist, glaube ich, bekannt dafür, keine Komplimente anzunehmen. Aber durch all die Zeit war er eine konstante Kraftquelle und ein Ratgeber." Und US-Präsident Barack Obama lobte am 22. April 2016 bei einem Besuch in London die Fahrkünste des Prinzgemahls: "Ich bin noch nie zuvor von einem Herzog von Edinburgh gefahren worden. Es war eine sehr sanfte Fahrt." Philip hatte ihn und seine Frau Michelle mit Queen Elizabeth II. die wenigen Meter vom Hubschrauber nach Schloss Windsor gefahren.

(apa/afp)