Nach einem Messerangriff auf eine Polizistin in der Nähe der französischen Stadt Nantes ist der mutmaßliche Täter gestorben, hieß es am Freitag aus Ermittlerkreisen. Der Mann war nach der Tat geflüchtet und wurde Stunden später von der Polizei gefasst. Dabei hatte es einen Schusswechsel gegeben, bei dem zwei Gendarmen verletzt wurden.

Ein Mann hatte am Freitagvormittag nahe der französischen Großstadt Nantes in La Chapelle-sur-Erdre eine Polizistin auf einer Polizeiwache mit einem Messer verletzt. Die Stadt war nach dem Vorfall abgeriegelt worden, die Einsatzkräfte suchten mit einem Großaufgebot nach dem Täter.

Die Hintergründe der Tat waren zunächst unklar. Medien berichteten, dass der Mann für Aggressionen gegen Sicherheitskräfte bekannt und in einer Anti-Terror-Datenbank registriert gewesen sei. Er soll außerdem psychische Probleme gehabt haben. Eine offizielle Bestätigung gab es dafür zunächst nicht.

Ordnungskräfte "von Trauer, Ergriffenheit und Wut" geprägt

Die Tat in Nantes reiht sich an weitere Vorfälle gegen die Exekutive in den vergangenen Wochen. Am Mittwoch vergangener Woche demonstrierten tausende Polizisten nach dem Tod eines Beamten in Avignon vor der Pariser Nationalversammlung. Es sei an der Zeit die Kleinkriminellen dranzukriegen, sagte Olivier Varlet, Generalsekretär der Gewerkschaft UNSA-Police am Mittwoch während einer Kundgebung auf der Demonstration vor Fernsehkameras. Die Polizistinnen und Polizisten fordern mehr Unterstützung und prangern zunehmende Gewalt gegen Ordnungshüter an.

Anfang Mai war ein Polizist bei einem Einsatz gegen Drogenkriminalität in Avignon getötet worden. Der Fall hatte Entsetzen innerhalb der Polizei ausgelöst. Zuvor war eine Mitarbeiterin der Polizei in Rambouillet bei Paris von einem mutmaßlich islamistisch motivierten Attentäter ermordet worden. Diese Ereignisse brachten das Fass bei der französischen Polizei zum Überlaufen. Auch Innenminister Gérald Darmanin beteiligte sich an dem Protest vor der Nationalversammlung. "Ich bin gekommen, um die Polizisten zu unterstützen, wie alle Franzosen", schrieb er auf Twitter.

Darmanin betonte im Gespräch mit dem Sender France Inter, dass die Ordnungskräfte "von Trauer, Ergriffenheit und Wut" geprägt seien nach den brutalen Vorfällen. Darmanins Teilnahme an der Demonstration stieß in politischen Kreisen auch auf Unverständnis - schließlich ist er als Innenminister für die Polizei verantwortlich. Der Minister sei gekommen, um seine eigene Untätigkeit anzuerkennen, sagte etwa Jordan Bardella von der rechten Partei Rassemblement National. (apa, dpa)