Seit heute, Sonntag, ist Österreich kein Corona-Risikogebiet mehr, zumindest nicht aus deutscher Sicht. Wegen sinkender Infektionszahlen fallen unter anderem auch die letzten zwei österreichischen Bundesländer Tirol und Vorarlberg sowie auch Teile Griechenlands, Kroatiens und der Schweiz auf der Liste jener Gebiete weg, für die bei der Einreise aus Deutschland Einschränkungen oder Auflagen gelten. Nur noch Flugpassagiere müssen einen negativen Test vorweisen.

Tirol und Vorarlberg hatten sich erfreut gezeigt, als Deutschland die neue Regelung am Freitag bekannt gab. In einer Woche beginnen in den ersten deutschen Bundesländern die Sommerferien, in Bayern erst Ende Juli.

1.000 Urlauber erhalten in Lignano Impfdosis

Wer von Österreich aus an die italienische Adria auf Urlaub fährt und noch keine Corona-Impfung hat, könnte sie dort bekommen. Denn der friaulische Badeortschaft Lignano Sabbiadoro startet mit der Impfung von Touristen. Am 22. und 23. Juni sollen rund 1.000 Urlauber in der kommunalen Sporthalle die erste oder zweite Dosis erhalten. Die Impfkampagne, von der auch Ausländer profitieren können, betrifft auch andere touristische Ortschaften in Friaul. So sollen Urlauber auch in Grado und Tarvis geimpft werden.

Österreich wiederum blickt nun weniger Corona-skeptisch auf den Balkan. "Ich bin mir sicher, dass das gut klappen wird", sagte Nationalratspräsident Wolfgang Sobotka (ÖVP) im APA-Interview zum Thema Sommerurlaub in Südeuropa. In Serbien seien nämlich schon viele Menschen durchgeimpft, so Sobotka. Sein serbischer Amtskollege Ivica Dacic äußerte die Hoffnung, dass Österreich seine Grenzen auch möglichst bald für Geimpfte aus Serbien öffnen werde.

Sobotka empfing Dacic am Freitag zu einem Besuch in Wien. Der serbische Parlamentspräsident betonte, dass in seinem Land "der Impfprozess sehr fortgeschritten" sei. In dem Land mit sieben Millionen Einwohnern hätten bereits 2,5 Millionen Menschen beide Impfdosen erhalten. "Wir sind auf dem Weg zur Vollimmunisierung und hoffen, dass wir bald die Beschränkungen vollkommen aufheben können", berichtete Dacic.

Die beiden Parlamentspräsidenten berieten unter anderem über die gegenseitige Anerkennung von Impfzertifikaten. Dacic sagte, dass von den vier Impfstoffen, die in Serbien verabreicht werden, nicht alle von der Europäischen Arzneimittelagentur EMA zugelassen sind. "Das heißt, man muss einen Weg finden, wie das anerkannt werden kann." Sobotka wies darauf hin, dass der chinesische Impfstoff bereits eine Zulassung der Weltgesundheitsorganisation WHO habe. Auch zum russischen Impfstoff Sputnik V habe Österreich "keine inhaltliche Distanz", betonte er. "Wir würden auch Sputnik sofort zulassen, wir warten aber selbstverständlich die Entscheidung der EMA dazu ab", sagte Sobotka.

Dacic berichtete, dass Serbien selbst mit der Produktion von Sputnik V begonnen habe, der somit "gewissermaßen nicht mehr ein russischer Impfstoff sei". In Serbien sollen demnach sieben Millionen Sputnik-V-Dosen hergestellt werden. Dacic selbst hat den russischen Impfstoff ebenfalls erhalten, und zwar schon im Jänner. Die Impfung sei Teil einer Vereinbarung der serbischen Staatsspitze gewesen. Staatspräsident Aleksandar Vucic habe sich mit dem chinesischen Sinopharm-Impfstoff immunisieren lassen, Ministerpräsidentin Ana Brnabic mit dem Biontech/Pfizer-Serum. Biontech im Impfpass stehen hat auch Nationalratspräsident Sobotka, wie er der APA auf Anfrage sagte. (apa/dpa)