Es ist eine lange, wie hitzig geführte Debatte, die Italien seit Monaten beschäftigt. Dem Tauziehen könnte nun ein Ende gesetzt sein: Italien untersagt großen Kreuzfahrtschiffen die Einfahrt nach Venedig. Das Verbot soll zum Schutz der Lagunenstadt ab dem 1. August gelten, wie Kultusminister Dario Franceschini nach einer Kabinettssitzung am Dienstag mitteilte.

Zuvor hatte die Unesco italienischen Regierungskreisen zufolge damit gedroht, das Weltkulturerbe Venedig wegen des fehlenden Einlaufverbots auf eine schwarze Liste zu setzen. Seit Jahren kämpfen Einheimische und Aktivisten gegen die großen Kreuzfahrtschiffe. Die von ihnen verursachten Wellen verschmutzten die Umwelt und bedrohten nicht nur das Fundament der Stadt sondern auch das Ökosystem der Lagune. Gewerkschafter und Hafenarbeiter hingegen wollen auf das lukrative Geschäft mit den schwimmenden Riesen nur ungern verzichten.

Die Lagune von Venedig. 
- © NASA/Tim Kopra, Public domain, via Wikimedia Commons

Die Lagune von Venedig.

- © NASA/Tim Kopra, Public domain, via Wikimedia Commons

Das Verbot gilt für Schiffe von über 25.000 Tonnen. Die großen Kreuzfahrtschiffe wiegen meist das Vierfache, teilweise bis zu 200.000 Tonnen. Damit können nur noch kleine Passagierschiffe und Transportschiffe durch die Lagune fahren. Für Kreuzfahrtanbieter wie Carnival Cruises, zu dem auch Aida gehört, dürfte das Einlaufverbot ein herber Rückschlag sein. Venedig mit dem legendären Markusplatz ist ein beliebtes Reiseziel. Das neue Gesetz sieht dem Kultusministerium eine Entschädigung für betroffene Firmen und Arbeiter vor. Von Carnival war zunächst keine Stellungnahme zu erhalten. (reuters, red.)