Während einige europäische Länder mit extremen Unwettern und Hochwasser zu kämpfen haben, macht die Hitzewelle und die damit einhergehende Brandgefahr den Menschen und Tieren der südlichen Regionen zu schaffen. In Griechenland und der Türkei bekämpft die Feuerwehr die zahlreichen Waldbrände im Dauereinsatz, während sich in Italien und Bulgarien die Lage leicht beruhigt. 

Historische Hitzewelle in Griechenland

Seit bereits über einer Woche halten sich die Temperaturen in Griechenland für mehrere Stunden täglich über 40 Grad. In Mittelgriechenland und der Halbinsel Peloponnes sollen bis Freitag sogar Spitzenwerte von bis zu 46 Grad erreicht werden. Um die 200 Brände toben derzeit in Griechenland. Etwa 20 Kilometer nördlich vom Stadtzentrum Athens brach heute ein Waldbrand aus, der vorübergehende Straßensperren nach sich zog. Löschflugzeuge und Hubschrauber wurden eingesetzt, um den Flammen Herr zu werden.

Auch auf der Insel Rhodos bekämpfe die Feuerwehr heute Nacht einen Buschbrand, der zur Evakuierung des naheliegenden Dorfes Maritsa führte. Touristische Anlagen waren keine betroffen. Zu kleineren Bränden kam es auch auf Peloponnes und an der türkisch-griechischen Grenze am Fluss Evros. Opfer oder Verletzte habe es bisher noch nicht gegeben.

Aufgrund der Waldbrände auf der Insel Euböa, rund 100km östlich von Athen, mussten außerdem drei Dörfer und ein Kloster geräumt werden. Mehr als 200 Feuerwehrleute, rund 75 Einsatzfahrzeuge, fünf Helikopter und sechs Flugzeuge waren im Einsatz. "Die Flammen sind 20 bis 30 Meter hoch ... man kann nicht einmal die Sonne sehen", sagte der freiwillige Feuerwehrmann Panos Agiannitis. Die Rauchschwaden reichten bis in die griechische Landeshauptstadt hinein. Der neue Ministerpräsident Kyriakos Mitsotakis hat aufgrund dieser Ereignisse den Urlaub auf seiner Heimatsinsel Kreta abgebrochen und kehrte früher als geplant zurück. 

Vielzahl an Bränden in der Türkei

Alleine in der vergangenen Woche sind 156 Brände in der Türkei ausgebrochen. Davon wurden bislang 146 unter Kontrolle gebracht. Betroffen ist vor allem die Mittelmeerküste mit den Regionen Antalya, Mulga und Adana. Es kam zur Evakuierung etlicher Regionen, viele Dörfer und Landstriche wurden durch die Flammen zerstört und eine Vielzahl an Tieren konnte nicht gerettet werden.

Nach Abkühlung folgt erneute Hitzewelle

In Bulgarien wurde heute die zweithöchste Stufe Orange ausgerufen, da ein Waldbrand im Süden des Balkanlandes zwar unter Kontrolle gebracht, allerdings nicht gelöscht werden konnte. In Dolno selo, einem entlegenem Dorf im Süden, brannten ungefähr 20 verlassene Häuser aus. Menschen wurden dabei nicht verletzt. Die Dauerhitze lässt allmählich etwas nach, eine Abkühlung wird es jedoch nicht vor Freitag geben. In der kommenden Woche wird alledings bereits die nächste Hitzewelle erwartet.

Zahlreiche Einsätze in Italien

Die Situation in Italien, wo vor allem die größeren Inseln im Süden als auch die Adriaküste von den Feuern betroffen sind, beruhigt sich allmählich. Heute Früh wurden innerhalb der zurückliegenden 24 Stunden landesweit 1.130 Einsätze im Zusammenhang mit den Buschfeuern in Italien gemeldet.  Doch nicht nur die Naturgewalt, sondern auch zwei Brandstifter im Alter von 80 und 24 Jahren, die von der örtlichen Polizei gestern auf Sizilien auf frischer Tat ertappt wurden, sind dafür verantwortlich. Zudem brannten in einem bekannten Naturreservat in der Region Abruzzen Pinien und Kiefern. Polizeiliche Ermittlungen wurden aufgenommen, um der Ursache für den Brand auf den Grund zu gehen. Es wurden Häuser evakuiert und zahlreiche Menschen mussten in Sicherheit gebracht werden. Auch in Apulien kämpften die Einsatzkräfte Tag und Nacht gegen die Flammen. Gestern mussten zirka 1.000 Menschen bei Campobasso zeitweise ihre Häuser verlassen. (apa)