Österreich und Slowenien wollen eine gemeinsame Studie zur Erdbebensicherheit eines möglichen zweiten Blocks im Atomkraftwerk Krsko erstellen. Das vereinbarten Außenminister Alexander Schallenberg und der steirische Landeshauptmann Hermann Schützenhöfer (beide ÖVP) am Freitag bei einem gemeinsamen Treffen mit dem slowenischen Staatssekretär für Infrastruktur, Blaz Kosorok.

Schallenberg sagte bei einem kurzen Statement nach dem Gespräch, man sei nicht mit der Erwartung nach Slowenien gekommen, "dass sie uns jetzt sagen, wir schalten Krsko ab, wir werden es nicht weiter ausbauen. " Die slowenische Seite habe aber unter anderem bestätigt, dass Österreich an der Umweltverträglichkeitsprüfung für die Verlängerung des bestehenden Kraftwerkblocks teilnehmen werde, und dass diese "transparent und fair durchgeführt" werde, so der Außenminister.

Landeshauptmann Hermann Schützenhöfer sagte ergänzend, die Frage des Neubaus eines zweiten Blocks sei fünf bis sieben Jahre entfernt. Für diesen Fall eines Baubeginns sei zugesichert wurden, dass Österreich und Slowenien eine gemeinsame Studie zur Erdbebensicherheit in Auftrag geben würden, so Schützenhöfer. Daran sei schließlich auch Slowenien sehr interessiert: "Die wollen ja absolut sicher bauen." Bezüglich einer immer wieder in Österreich geforderten Abschaltung des AKW Krsko sagte Schützenhöfer: "Wir müssen Realisten bleiben".

Die Umweltschutzorganisation Global 2000 verwies auf ihre Petition "Stopp Krsko" und kritisierte Schützenhöfer. "Dass der steirische Landeshauptmann nun der besorgten Bevölkerung in den Rücken fällt und eine solche Studie nur für den finanziell völlig unrealistischen Fall eines Neubaus verlangt, ist katastrophal", sagte Atomsprecher Reinhard Uhrig. Global 2000 forderte Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) und die zuständige Ministerin Leonore Gewessler (Grüne) auf, sich "umgehend für eine aktuelle Erdbeben-Bewertung des Reaktors einzusetzen und den steirischen Landeshauptmann zur Ordnung zu rufen". (apa)