Millionen Menschen in der britischen Hauptstadt, dem Süden Englands sowie in Wales sind am Freitag wegen stürmischem Wetters dazu aufgerufen, zuhause zu bleiben. Wie der britische Wetterdienst Met Office mitteilte, droht wegen umherfliegender Trümmerteile bei Sturmgeschwindigkeiten von bis zu 130 Stundenkilometern Lebensgefahr.

Zu rechnen sei mit abgedeckten Dächern, entwurzelten Bäumen und Störungen im Zug- und Schiffsverkehr. Menschen an der Küste wurden vor großen Wellen und Überschwemmungen gewarnt.

Das Sturmtief "Eunice", das in Deutschland "Zeynep" getauft wurde, könnte laut BBC einen der schwersten Stürme im Land seit Jahrzehnten sein. In Irland hatten heftige Winde in der Nacht bereits zu Stromausfällen bei Tausenden Haushalten geführt.

Thronfolger Prinz Charles hatte wegen der Warnungen einen Besuch in Wales abgesagt. In der Nacht zum Donnerstag hatte bereits Sturm "Dudley", der in Deutschland "Ylenia" genannt wird, zu schweren Behinderungen im Zugverkehr in Schottland und dem Norden Englands geführt. Tausende Haushalte im Norden Englands wurden von der Stromversorgung abgeschnitten.

Orkanböen an Deutschlands Küsten

In Deutschland wird mit einem Eintreffen des Sturms am Nachmittag gerechnet. Vor allem an den Küsten dürfte es von Freitag auf Samstag ruppig werden, wie Franka Nawrath, Meteorologin beim Deutschen Wetterdienst (DWD), sagte. "Wir warnen vor extremen Orkanböen bis 135 Stundenkilometern an der Nordseeküste." Auch an der Ostseeküste werden am Freitagabend demzufolge extreme Orkanböen mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 135 Stundenkilometern erwartet. In den übrigen Regionen des Nordens könne mit orkanartigen Böen oder auch Orkanböen gerechnet werden.

Die Deutsche Bahn stellte den Regionalverkehr in Teilen Norddeutschlands und Nordrhein-Westfalens wegen des angekündigten Sturms nach und nach ein.  Der Schutz der Reisenden und der Beschäftigten habe Vorrang, hieß es.

Code Rot in den Niederlanden

In den Niederlanden gilt für weite Teile des Landes die schwerste Stufe des Wetteralarms, Code Rot. Der Wetterdienst KNMI warnte am Freitag vor "gefährlichen Situationen" durch sehr schwere Windstöße mit Geschwindigkeiten von bis zu 130 Stundenkilometern. Besonders betrofffen sind die Küstenprovinzen im Westen, det Norden sowie  die Regionen um das Ijsselmeer und das Wattenmeer. Aus Vorsicht sollte der Zugverkehr ab 14.00 Uhr eingestellt werden, viele Schulen werden geschlossen. Beeinträchtigungen wurden auch für den Flugverkehr erwartet: Der Amsterdamer Flughafen Schiphol kündigte Ausfälle und Verspätungen an. Wegen des Sturms sollten auch viele Impf- und Testzentren bereits am Nachmittag geschlossen werden.