Italiens Gesundheitsbehörden haben grünes Licht zur Keulung von Wildschweinen in der Umgebung von Rom gegeben, nachdem die Afrikanische Schweinepest bei Tieren in der Hauptstadt und im Umland festgestellt worden war. Ein isolierter Ausbruch der tödlichen Schweinepest war Anfang des Jahres im Nordwesten des Landes gemeldet worden. Vergangene Woche wurde in Rom ein Fall entdeckt - der erste in Mittelitalien. Das hat Befürchtungen über eine Ausbreitung der Epidemie ausgelöst.

Andrea Napoletano, ein enger Mitarbeiter des Präsidenten der Region Latium, die Rom umgibt, erklärte gegenüber dem staatlichen TV-Sender Rai, man wolle die Wildschweinpopulation in Rom "selektiv" reduzieren. Die Region hat ein Picknickverbot in Parks verhängt und angeordnet, dass in weiten Teilen des nördlichen Roms, wo die Seuche festgestellt wurde, Mülltonnen eingezäunt werden.

In einer Erklärung vom Montagabend teilte die Region Latium mit, dass von den 16 Tests, die nach der Entdeckung des ersten Falles in der vergangenen Woche an Wildschweinen durchgeführt wurden, zwei "sehr wahrscheinlich" positiv auf Schweinepest ausfallen würden. Die endgültigen Ergebnisse lagen noch nicht vor.

Der stellvertretende Gesundheitsminister Andrea Costa sagte, die Ausbreitung von Wildschweinen sei ein Problem in ganz Italien und eine "groß angelegte Keulung" sei landesweit erforderlich, trotz der Bedenken von Tierschutzorganisationen und Umweltschützern.

Afrikanische Schweinepest im Piemont

Die Afrikanische Schweinepest ist für den Menschen ungefährlich, sie kann weder durch den Verzehr von Schweinefleisch noch durch den Kontakt zu Tieren auf den Menschen übertragen werden. Für die betroffenen Schweine jedoch verläuft die Krankheit zumeist tödlich. China setzte im Jänner die Einfuhr von Schweinefleisch aus Italien aus, nachdem die Krankheit bei einem Wildschwein in der nordwestlichen Region Piemont festgestellt worden war. Die italienische Regierung ernannte daraufhin einen Sonderbeauftragten, der die Maßnahmen zur Ausrottung der Seuche koordinieren soll.

In der Umgebung von Rom haben sich Wildschweine in den vergangenen Jahren stark vermehrt. Viele von ihnen ernähren sich vom Müll auf den Straßen. Inzwischen sind die Paarhufer auch in anderen Teilen Italiens ein wachsendes Problem geworden. Pläne der Region Toskana, 250.000 der Tiere zu töten, haben in den vergangenen Jahren für heftige Proteste gesorgt. Umweltschützer und eine Reihe von Prominenten, darunter italienische Fernsehstars, Künstler und Intellektuelle, riefen eine Kampagne gegen die geplante Tötung der Tiere ins Leben. (apa)