Die Feuerwehr im US-Bundesstaat Kalifornien hat den Brand nahe dem Nationalpark Yosemite bisher nicht eindämmen können. Das teilte die zuständige Behörde Cal Fire am Sonntagabend (Ortszeit) bei einer Informationsveranstaltung für Anrainer in Mariposa mit. Demnach hat sich das sogenannte Oak Fire, das am Freitagnachmittag aus noch unbekannten Gründen ausgebrochen war, bereits auf einer Fläche von mehr als 63 Quadratkilometern ausgebreitet.

Kaliforniens Gouverneur Gavin Newsom hatte am Samstag in dem betroffenen Gebiet den Notstand verhängt. Mehrere Tausend Häuser waren zuletzt von dem Brand bedroht, einige waren zerstört oder beschädigt worden. Tausende Anrainer mussten sich Medienberichten zufolge in Sicherheit bringen. Einsatzkräfte kämpften mit Löschfahrzeugen und Helikoptern gegen die Flammen. Extreme Trockenheit, starke Winde und hohe Temperaturen hatten zu einer raschen Ausbreitung geführt.

Im Dorf Vrisa auf der griechischen Insel Lesbos versuchen Einheimische, ihre Häuser mit Wasser aus Gartenschläuchen vor den Flammen zu schützen. 
- © Reuters/Elias Marcou

Im Dorf Vrisa auf der griechischen Insel Lesbos versuchen Einheimische, ihre Häuser mit Wasser aus Gartenschläuchen vor den Flammen zu schützen.

- © Reuters/Elias Marcou

Der Südwesten der USA leidet bereits seit Wochen unter mehreren Waldbränden, die nach Angaben der Behörden durch die anhaltende Trockenheit begünstigt werden.

Brände wüten in Griechenland

In Griechenland haben große Waldbrände auch in der Nacht zum Montag weiter gewütet. Im Nordosten des Landes brannte es im Nationalpark Dadia den fünften Tag in Folge. Dort waren 320 Feuerwehrleute mit 68 Löschzügen sowie sechs Löschflugzeuge und zwei Hubschrauber im Einsatz. Auch das Militär war zur Unterstützung vor Ort.

Im Südteil der Insel Lesbos konnte das Feuer ebenfalls noch nicht unter Kontrolle gebracht werden. Dort sollen bereits Tausende Hektar Fläche verbrannt sein, berichtete die Tageszeitung "Kathimerini". Und auch die Halbinsel Peloponnes blieb nicht verschont - dort brach am Sonntag im westlich gelegenen Regionalbezirk Ilia ein großer Brand aus, der auch Wohngebiete gefährdete.

Auf Lesbos wurden am Mittag die Bewohner des Dorfes Vrisa auf der Südseite der Insel dazu aufgerufen, die Ortschaft zu verlassen. Mehrere Häuser und Autos fielen bereits den Flammen zum Opfer. Auch in Spanien brannte es weiter, Sorgen bereitete ein Feuer auf Teneriffa.

Sichtbar bis ins All

Die Rauchentwicklung auf Lesbos war so stark, dass sie vom Weltall aus zu sehen war. Das teilte das europäische Erdbeobachtungssystem Copernicus auf Twitter mit und postete ein entsprechendes Satellitenbild.

Im Nordosten Griechenlands verbrannten unterdessen unzählige Hektar des Dadia-Nationalparks. Militär und Forstarbeiter bemühten sich am Sonntag, Schneisen in die Pinienwälder zu schlagen und dadurch die weitere Ausbreitung der Flammen zu verhindern. Auch die Löscharbeiten am Boden und in der Luft wurden fortgesetzt. Zwischenzeitlich waren mehr als 320 Feuerwehrleute mit 68 Löschzügen im Einsatz.

Wieder Feuer bei Athen

Binnen 24 Stunden wurden in ganz Griechenland 141 Brände registriert, wie die Feuerwehr mitteilte. Landesweit sollen dem Zivilschutz zufolge aktuell so gut wie alle verfügbaren Löschhubschrauber und -flugzeuge im Einsatz sein. Unter anderem brannte ein Umspannwerk der staatlichen Elektrizitätsgesellschaft in der Nähe der Stadt Larisa in Thessalien. Auch am westlichen Rand der Hauptstadt Athen musst wieder gelöscht werden.

Für Montag schätzt die Feuerwehr die Brandgefahr weiterhin als hoch bis sehr hoch ein. Meteorologen kündigten für die kommenden Tage bis Anfang August hohe Temperaturen von bis zu 40 Grad und Trockenheit an.

Fünf Orte auf Teneriffa evakuiert

Trotz einer Entspannung der Lage in den vergangenen Tagen nimmt die Serie der Waldbrände in Spanien noch kein Ende. Auf der bei Touristen beliebten Kanaren-Insel Teneriffa hätten die Flammen bereits mehr als 2150 Hektar zerstört, sagte Regionalpräsident Ángel Víctor Torres am späten Samstagabend. 585 Bewohner von La Guancha und von vier weiteren Gemeinden im Norden der Insel seien in Sicherheit gebracht worden. Zahlreiche ausländische Wandertouristen seien am nahe gelegenen Nationalpark Teide vor den Flammen gewarnt worden.

Bei der Bekämpfung der Flammen hätten die rund 150 Einsatzkräfte zuletzt auch dank höherer Luftfeuchtigkeit und schwächerer Winde große Fortschritte gemacht. Der für Sonntag und Montag angekündigte Temperaturanstieg auf bis zu 38 Grad mache aber Sorge. "Wir müssen das Feuer daher so schnell wie möglich löschen", sagte Torres.

Alle Waldbrände in Spanien waren inzwischen gelöscht oder weitgehend unter Kontrolle - bis auf den Brand auf Teneriffa und zwei Feuer, die am Samstag in Yunquera nordöstlich von Madrid sowie in Olmeda del Rey südöstlich der Hauptstadt ausgebrochen waren und am Sonntag von insgesamt 235 Einsatzkräften bekämpft wurden.

Im Zusammenspiel mit einer seit Monaten anhaltenden Dürre und starken Winden hatte die Hitze nach Angaben des Wetterdienstes Aemet den Ausbruch und die Ausbreitung vieler Brände begünstigt. 2022 ist für Spanien bereits das verheerendste Waldbrand-Jahr seit Beginn der Erfassungen. In den ersten knapp sieben Monaten des Jahres zerstörten die Flammen rund 200.000 Hektar.

Mehrere Brände in England

In London und der englischen Grafschaft Surrey hat die Feuerwehr am Sonntag gegen mehrere Großbrände angekämpft. Im Naturschutzgebiet Hankley Common in Surrey, wo die örtliche Feuerwehr eine Großschadenslage ausrief, entwickelten sich enorme Rauchschwaden, weshalb Anrainer angewiesen wurden, Türen und Fenster geschlossen zu halten.

Auch in London kam es zu mehreren Waldbränden, unter anderem in Hayes und Thamesmead. In der Nähe des Epping Forest im Nordosten von London waren rund 100 Feuerwehrleute im Einsatz, wie der Sender Sky News berichtete. Das dort ausgebrochene Feuer hatte demnach am späten Nachmittag die Größe von rund vier Fußballfeldern.

Die Feuerwehr hat nach der enormen Hitzewelle Anfang der Woche mit Temperaturen von über 40 Grad davor gewarnt, dass sich durch die große lange Trockenheit schnell Brände entzünden könnten. Londoner wurden gebeten, nicht in Parks zu grillen und vorsichtig zu sein. Am Dienstag - dem bisher heißesten Tag in Großbritannien jemals - war es ebenfalls zu verheerenden Bränden gekommen, bei denen auch mehrere Wohnhäuser ausbrannten.

(apa)