Nervosität in Amsterdam: Während nach den Ausschreitungen von Sonntag tausende Polizisten bemüht waren, die Sicherheit der zum EU-Gipfel versammelten Staatschefs zu gewährleisten, fanden hinter verschlossenen Türen hektische Beratungen zur Rettung des Euro statt.

Rund um die Tagungsorte und bei den Hotels, in denen die Gäste aus der Europäischen Union abgestiegen waren, hat die niederländische Polizei Absperrungen errichtet. Tag und Nacht kreist ein Hubschrauber über der Innenstadt von Amsterdam.

Innerhalb der wie eine Festung abgeschirmten "Nederlandsche Bank" tagt indessen die Regierungkonferenz. Österreich ist durch Bundeskanzler Viktor Klima, Außenminister Wolfgang Schüssel sowie Finanzminister Rudolf Edlinger vertreten. Nach langem Tauziehen gelang es dann, wie Kommissionspräsident Jacques Santer bekanntgab, in der Sitzung der Finanzminister die französische Zustimmung zum Stabilitätspakt zu bekommen.

Die sozialdemokratische Regierung in Paris setzte im Gegenzug die Annahme eines Beschäftigungsprogrammes durch, das nicht nur einen Beschäftigungsgipfel im Herbst sondern auch zentral koordinierte Pilotprojekte zur Schaffung von Arbeitsplätzen vorsieht.

Österreich bereit, "sich querzulegen"

Klima fand den französischen Wunsch nach Beschäftigungsprogrammen von allem Anfang an sinnvoll: "Es wird ja mehr für die Tabakpflanzungen ausgegeben als für aktive Beschäftigungspolitik", kommentierte der österreichische Kanzler die Umschichtungsmöglichkeiten innerhalb des Budgets der Union.

Das zweite Thema des Gipfels, der neue EU-Vertrag, war, Klima zufolge, zu Beginn der Verhandlungen großteils bereits unumstritten. Zu Details erwartete der Kanzler allem Optimismus zum Trotz eine "engagierte Diskussion". So sei der im Vertragsentwurf vorgesehene Vorschlag, automatisch bei einer Vergrößerung der Union die Stimmengewichte zu ändern, "nicht akzeptabel". In diesen Fragen waren auch die Österreicher zu Beginn der Verhandlungen bereit, "sich querzulegen".