Zagreb. Seit Montag hindern Eltern des Dorfes 44 Kinder der Roma-Familien aus der angrenzenden Roma-Siedlung Parag, der größten in Kroatien, am Schulbesuch. Nun will die Gespanschaft (das Bundesland) gemeinsam mit Vizepremier Neven Mimica und Vertretern des Bildungsministeriums schnell nach Lösungen suchen.

Als die Vorschulkinder am Montag mit einem Bus zur Schule gebracht wurden, mussten sie wegen des lautstarken Elternprotests und der Blockaden wieder umkehren. Am Dienstag schließlich setzte sich Ivan Perhoc, Gespan (Landeshauptmann) von Medjimurje, durch und die Kinder konnten in die Schule. An beiden Tagen beaufsichtigte die Polizei die Situation, musste jedoch nicht intervenieren.

Kroatische Medien reagierten mit Entsetzen auf die Szenen der vergangenen Tage, bei denen aufgebrachte Erwachsene die verschreckten Kinder zum Weinen brachten. Die protestierenden Eltern befürchten aufgrund angeblich anderer Hygienegewohnheiten und schlechter Kroatisch-Kenntnisse der Roma Nachteile für ihre eigenen Kinder.

Die Vorschulkinder wurden wegen Platzmangels in ihrer Schule in der Ortschaft Macinac zur Schule von Gornji Hrascan gebracht. Die Schule in Macinac war bereits ein Fall für den Menschenrechtsgerichtshof in Straßburg. Vor zwei Jahren wurde Kroatien verurteilt, weil Roma in Schulen vom regulären Unterricht ausgeschlossen worden waren. Vor dem Straßbrug-Urteil war die Klage von Roma vom kroatischen Landesgericht in Cakovec sowie vom Verfassungsgericht abgewiesen worden.