Paris/Belgrad. In seinem Heimatland Frankreich erwartet den ehemaligen Chef des Internationalen Währungsfonds (IWF) ein Strafprozess wegen Zuhälterei. Den beruflichen Marktwert von Dominique Strauss-Kahn scheint dies jedoch nicht zu schmälern: Zuletzt war er in Russland bei einem staatlichen Direktinvestitionsfonds sowie bei einer Regionalentwicklungsbank engagiert worden. Aus dem Politikgeschäft will sich Strauss-Kahn nun aber dauerhaft zurückziehen und fortan nur mehr als Wirtschaftsberater arbeiten, erklärte er dem russischen Fernsehsender "Rossija 24". "Politik gehört für mich zur Vergangenheit", sagte er am Mittwoch. "Heute arbeite ich als Berater für große Unternehmen in vielen Ländern der Welt - in Russland, Afrika und Lateinamerika."

Posse um Serbien-Angebot

In Zukunft ist Strauss-Kahn nur noch als Ökonom tätig. - © ap
In Zukunft ist Strauss-Kahn nur noch als Ökonom tätig. - © ap

Nicht ganz klar ist ein mögliches Engagement auch für Serbien. Vize-Premier Aleksandar Vucic sagte dem TV-Sender B-92, er habe mit dem Franzosen "sehr kurz" über die Möglichkeit einer Zusammenarbeit gesprochen. Strauss-Kahn werde "sicherlich nicht Minister, könnte aber Berater sein". Das Büro des Franzosen hatte einen Zeitungsbericht über eine mögliche Kooperation zuvor als "Witz" zurückgewiesen. Serbischen Medien zufolge sind die Chancen ohnehin gering: Nicht wegen der kürzlich erhobenen Anklage, sondern wegen seiner Gehaltsforderungen.