Madrid. (wak) Nun hat sogar der spanische Energieminister José Manuel Soria eingeräumt, dass "offenbar ein direkter Zusammenhang besteht" zwischen den Erdbeben in der spanischen Küstenregion, die diese Woche begonnen haben und der Einspeisung von Erdgas in den neuen Offshore-Speicher vor der Küste. Es gebe aber noch keinen "wissenschaftlichen Beweis", erklärte der Minister, der die Ursache belege.

Soria erklärte am Donnerstag gegenüber dem Radio, dass Wissenschafter des nationalen Geografie-Instituts sowie des geologischen Instituts derzeit die Ursachen der vermehrt auftretenden Erdbeben untersuchen. Diese sollen schließlich urteilen, ob die Beben mit dem riesigen und neu in Betrieb genommenen Erdgasspeicher "Castro" zusammenhängen. Bis dahin werde die Einspeisung von Gas gestoppt werden.

Castro ist ein ehemaliges Ölfeld, fast zwei Kilometer unter der Meereshöhe, das vor kurzem zu einem Erdgasspeicher umgebaut worden war.

Der Erdgasspeicher, der dem Unternehmen Escal gehört, wurde mit Gas befüllt, als die Beben begannen. Allein in der Nacht auf Mittwoch wurden 23 Erdbeben in der Region registriert, zwei davon haben die Stärke 4,1 auf der Richterskala erlangt.

Das stärkste Beben von 4,2 am Dienstagmorgen veranlasste die Regierung von Valencia, ihren seismischen Risiko-Plan umzusetzen.

Das 1,2 Milliarden teure Castor-Speicher-Projekt, das auch mit EU-Hilfen gebaut wurde, soll ein Drittel des spanischen Gasbedarfs für 50 Tage abdecken. Doch seit die Befüllung mit Gas am 13. September begonnen hat, wurden über 100 Beben registriert.

Einige Geologie-Experten haben bereits erklärt, dass die Beben tatsächlich mit dem Castor-Projekt zusammenhängen, da das Gas in das Gestein buchstäblich hinein injiziert wird. Allerdings herrscht noch kein Konsens über die Risiken und die weitere Entwicklung.