Limburg/Vatikanstadt. Nach immer neuen Vorwürfen wegen seiner Amtsführung sucht der heftig umstrittene Limburger Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst jetzt eine Entscheidung in Rom. Der 53-Jährige reiste am Sonntag nach längerem Verwirrspiel in den Vatikan, wo er mit Papst Franziskus über seine Zukunft sprechen will. Mehrere Medien berichteten, er sei mit der Billig-Airline Ryanair geflogen. Kurze Zeit später traf auch der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Robert Zollitsch, in Rom ein.

Kein Termin im Vatikan
Der Vatikan hat am Montag keinen Termin für ein Gespräch zwischen Papst Franziskus und dem umstrittenen Limburger Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst genannt. Vatikan-Sprecher Federico Lombardi sagte vor Journalisten, wie jeder wisse, treffe der Papst viele Menschen. Die Treffen würden aber nicht im Vorfeld angekündigt. Er wisse nicht, ob der Papst mit Tebartz-van Elst zusammenkommen werde.

Tebartz-van Elst steht wegen der explodierten Baukosten für seinen Bischofsitz und des Vorwurfs der eidesstattlichen Falschaussage in der Kritik. Er war am Wochenende ebenso wie der Vorsitzende der deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Robert Zollitsch, nach Rom gereist. Tebartz-van Elst hatte angekündigt, die Entscheidung über sein Amt nun in die Hände von Papst Franziskus zu legen.

Noch vor der Reise von Tebartz-van Elst waren neue Vorwürfe laut geworden. Nach einem Bericht der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" (FAS) sollen jahrelang Baukosten unter der Verantwortung des Bischofs verschleiert worden sein. Zudem drohen dem Bistum weitere Rechnungen wegen Schäden an Straßen und Hausfassaden. Bistumssprecher Martin Wind bestätigte am Sonntag: "Für Bauschäden muss aufgekommen werden." Die Höhe der Zusatzkosten sei bisher nicht bekannt, das müssten Sachverständige prüfen.

Architekt belastet Bischof
Nach Medienberichten soll der Bischof zudem seit Jahren von den hohen Kosten für seine Residenz gewusst, aber eine niedrigere Summe verbreitet haben. Nach "FAS"-Informationen sollte auch die Aufsicht des Vatikans und des Vermögensverwaltungsrats umgangen werden. Im Sommer 2011 sei dem Rat ein Kostenvolumen von 17 Millionen Euro vorgelegt worden, zerlegt in zehn einzelne Projekte. Die Posten hätten damit unter der Summe von 5 Millionen Euro gelegen, ab der Bauvorhaben dem Vatikan angezeigt werden müssten.