Sarajevo. Das Hochwasser auf dem Balkan belastet nach Ansicht der Weltbank in diesem Jahr die Konjunktur der Region und könnte die Stromversorgung mindestens noch für sechs Monate stören. "Die Flut wird das Wirtschaftswachstum kurzfristig - also 2014 - drücken", sagte die Weltbank-Expertin für Südosteuropa, Ellen Goldstein, am Montag der Nachrichtenagentur Reuters.

Das größere Problem sei aber, langfristig die Kraftwerke mit Treibstoff zu versorgen. In Serbien war die Stromproduktion wegen der Flut zuletzt um 40 Prozent eingebrochen. Schwierig sei vor allem, dass Landminen und andere Munition, die nach dem Bosnien-Krieg im Boden lag, nun durch die Wassermassen ausgeschwemmt würden. Dies sei auch eine Gefahr für die Kraftwerke, erklärte Goldstein.

Mehr als 50 Menschen starben

Durch das Hochwasser starben zuletzt in Serbien, Bosnien und Kroatien mehr als 50 Menschen. In ihrem Halbjahresbericht für den westlichen Balkan geht die Weltbank bisher davon aus, dass die Wirtschaft der Region 2014 im Schnitt 1,9 Prozent wächst und im nächsten Jahr um 2,6 Prozent zulegt.

Goldstein räumte ein, dass das Wachstum in diesem Jahr nun niedriger ausfallen könnte. Wegen der Aufbauarbeiten nach der Flut dürfte die Konjunktur dann 2015 allerdings stärker anziehen als erwartet.