Polen, das als Bastion der katholischen Kirche gilt, wird immer weltlicher. Im vergangenen Jahr ist die Zahl der regelmäßigen Kirchenbesucher auf 39,1 Prozent gefallen. Die Zahl der praktizierenden Kirchgänger ist damit innerhalb von zehn Jahren um rund zwei Millionen Menschen zurückgegangen.

Während in Großstädten wie Warschau, Breslau (Wroclaw) oder Danzig (Gdansk) nur 30 bis 35 Prozent der Gemeindemitglieder die Sonntagsmesse besuchten, waren es in den süd- und südostpolnischen Regionen Polens fast 70 Prozent. Viele der Befragten hatten angegeben, sonntags lieber Zeit für Unternehmungen mit der Familie zu verbringen, Sport zu treiben oder ins Kino zu gehen.

Nach der Ablehnung der Forderung, Religion auf die Liste der Maturafächer zu setzen, ist dies ein weiterer Rückschlag für die katholische Kirche des Landes.

Für die Untersuchung waren im vergangenen Oktober 10.000 polnische Kirchengemeinden befragt worden.