Giglio. Es ist ein Unterfangen, das akribisch geplant wurde: Zweieinhalb Jahre nach der Havarie des Kreuzfahrtschiffes "Costa Concardia" mit 32 Toten vor der italienischen Insel Giglio soll der Kreuzfahrtriese diese Woche wieder schwimmfähig gemacht und dann abtransportiert werden. "Es ist eine Operation, die noch nie zuvor durchgeführt wurde", sagte Franco Porcellacchia, Chefingenieur der Reederei Costa Crociere.

Der erste Teil schien am Montag schon einmal gut zu gehen, das Wrack schwimmt wieder: Aus den Schwimmkörpern an beiden Flanken des mehr als 114.000 Tonnen schweren Kolosses wurde das Wasser mit komprimierter Luft hinausgedrückt. Die Tanks trieben auf und hoben so das Schiff an. Anschließend wurde das Wrack 30 Meter aufs Meer geschleppt und dort verankert.

In den kommenden Tagen will das internationale Team dann die letzten der 30 Schwimmkörper aus Stahl in Position bringen, bevor diese mit Luft gefüllt werden und dem Schiff so den nötigen Auftrieb für den Abtransport geben. Statt der bisher 30 Meter soll dieses dann einen Tiefgang von etwa 17 Metern haben. Danach soll die Costa Concordia rund 350 Kilometer durch das Mittelmeer bis nach Genua geschleppt und dort verschrottet werden. Bei knapp vier Kilometern pro Stunde braucht der Koloss für seine letzte Fahrt etwa fünf Tage.

Die Kosten für die Bergungsaktion sind enorm. Der Geschäftsführer von Costa Crociere, Michael Thamm, rechnet mit eineinhalb Milliarden Euro. Gleichzeitig betonte er, dass man die Schäden der Havarie für den Costa-Crociere-Mutterkonzern Carnival noch nicht genau berechnen könne. "Es gibt Kollateralschäden, die man schwer beziffern kann, sie sind jedoch beträchtlich", sagte er. Die Reederei Costa Crociere hat ihre Mitverantwortung eingestanden, da mehrere Angestellte des Unternehmens für die Havarie verantwortlich gemacht werden.