Genua/Triest. Norditalien ist neuerlich von schweren Unwettern heimgesucht worden. Die Schäden gehen mittlerweile in die Millionen. Nachdem vorige Woche in der Hafenstadt Genua ein Toter zu beklagen war, kamen nun bei heftigen Niederschlägen in der Toskana zwei ältere Schwestern in ihrem Auto ums Leben. Laut Augenzeugen riefen die Frauen noch um Hilfe, bevor ihr Auto weggeschwemmt wurde und erst nach mehr als einem Kilometer zum Stillstand kam. In Muggia bei Triest wurde eine 73-Jährige nach einem Erdrutsch nur noch tot aus den Trümmern ihres Hauses geborgen. Mehrere Straßen waren wegen der heftigen Niederschläge nicht passierbar, Wasser und Schlamm drangen bis in die Innenstadt. Rettungsmannschaften waren in permanentem Einsatz.

Premier Matteo Renzi kündigte an, dass die Regierung zwei Milliarden Euro für Schutzmaßnahmen zur Verfügung stellen werde. Staatspräsident Giorgio Napolitano rief zu einschneidenden Maßnahmen zur Konsolidierung des Bodens auf. Bürokratische Engpässe und "Schlamperei" seien für das Drama in Genua mitverantwortlich. Nicht nur der Klimawandel, auch das wilde Zementieren der Flussufer hätte die Katastrophe verursacht, betonte er: "Wir müssen uns stark für den Umweltschutz engagieren, weil wir besonders katastrophale Wetterphänomene erleben."