"Ein paar sind immer dagegen"


Und doch ist eine Zeitenwende im Vatikan im Gang. Viele sagen, dass der Geist des Zweiten Vatikanischen Konzils (1962-65), bei dem die Kirche sich erneuern wollte, jetzt wieder zu spüren sei. Sichtlich beschwingt, beinahe schwebend läuft jedenfalls Walter Kasper in diesen Tagen über den Petersplatz hinüber zu seiner Wohnung an der Piazza della Città Leonina. Den emeritierten deutschen Kurienkardinal und dessen Ideen, die vor 20 Jahren noch vom damaligen Glaubenshüter Joseph Ratzinger abgeschmettert wurden, hat Franziskus zur Speerspitze im Kampf gegen die Reaktionäre gemacht. "Das ist schon eine wichtige Zeit für mich", sagt Kasper. Der 81-Jährige rechnet damit, dass die Erneuerer sich durchsetzen werden. "Es wird sein wie beim Konzil", sagt Kasper. Auch damals habe es Widerstände gegeben, die letztlich überwunden wurden. "Ein paar werden immer dagegen sein."

Sind es wirklich nur ein paar? Wie groß die Gruppe der Kompromisslosen ist, kann niemand genau sagen. Aber die Freunde des Papstes bereiten sich auf stürmische Zeiten vor. "Wir müssen dem Papst helfen", sagt ein italienischer Bischof. "Es geht darum, einen Anfang zu machen und nichts übers Knie zu brechen", sagt ein Synodenvater aus Argentinien. "Die Früchte kommen dann im richtigen Moment."