Im Südosten der Ukraine hat sich nach Angaben von Ministerpräsident Arseni Jazeniuk ein Stöfall im Atomkraftwerk Saporoschje ereignet. Nach der Panne im leistungsstärksten Kernkraftwerk Europas ist der dritte Reaktorblock abgeschaltet worden. Der technische Defekt hat sich nach Angaben des Kraftwerksbetreibers bereits am 28. November ereignet.

Österreichischer Botschafter entwarnt


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Saporoschje: Größtes Atomkernkraftwerk Europas (Wikipedia)
Website des Kernkraftwerks
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Der österreichische Botschafter in der Ukraine, Wolf Dietrich Heim, habe von den Behörden in Kiew erfahren, dass es sich bei dem Vorfall im ukrainische Atomkraftwerk Saporoschje um die unplanmäßige Abschaltung eines Reaktors gehandelt habe, sagte Martin Weiss, der Sprecher des Außenministeriums, am Nachmittag zur APA.

Dem Botschafter sei versichert worden, ihn weiterhin zu informieren. Der Generalsekretär im Außenministerium, Michael Linhart, habe sich mit dem stellvertretenden Generaldirektor der IAEO, Alexander Bychkov, in Verbindung gesetzt, sagte Weiss.

Die Experten des Gesundheitsministeriums in Wien beurteilen die Situation rund um das ukrainische Atomkraftwerk Saporoschje derzeit als nicht gefährlich. Nach aktuellem Wissensstand sei es zu keiner Freisetzung von Radioaktivität gekommen, betonte das Ministerium am Mittwochnachmittag in einer Aussendung und warnte zugleich vor Panikreaktionen.

Berichte beruhen auf Missverständnis
Nach Erkenntnissen des deutschen Umweltministeriums beruhen die Berichte über einen Atomunfall in der Ukraine auf einem Missverständnis. Einen Atomunfall habe es nicht gegeben, sagte ein Sprecher am Mittwoch in Berlin unter Berufung auf einen Kontaktmann der Gesellschaft für Reaktorsicherheit in Kiew. Dieser habe von den Behörden im Land die Auskunft erhalten, dass es vielmehr vor einigen Tagen einen Brand im nichtnuklearen Teil des Atomkraftwerks Saporischschja gegeben habe. Dem Auswärtigen Amt in Berlin lagen nach Angaben einer Sprecherin keine eigenen Erkenntnisse vor.

Das französische Institut für nukleare Sicherheit (IRSN) hat nach eigenen Angaben keine außergewöhnliche Belastung durch Radioaktivität bemerkt. Man habe zwei Messgeräte auf dem Dach der französischen Botschaft in Kiew installiert, dort sei nichts Ungewöhnliches registriert worden. "Hätte es einen Unfall gegeben, würden wir es wissen", sagte Michel Chouha vom IRSN.