Frankfurt. (da/ag) Über Geld spricht man nicht. Bei aller Trauer über die Katastrophe von Flug 4U4925 trifft das natürlich nicht zu - weder bei der Germanwings-Tochter Lufthansa noch bei den involvierten Versicherungen. Es geht dabei um Millionenbeträge. Feststeht, dass Germanwings den Angehörigen der Opfer Schadenersatz zahlen wird. Die Summe wäre genau zu beziffern, wenn es sich um ein technisches Gebrechen handeln würde. Denn nach dem "Montrealer Übereinkommen" aus dem Jahr 1999 ist die Haftung auf knapp 146.000 Euro begrenzt, wenn "der Schaden nicht durch sein rechtswidriges und schuldhaftes Handeln oder Unterlassen oder das rechtswidrige und schuldhafte Handeln oder Unterlassen seiner Leute verursacht wurde".

Doch durch den von Andreas L. mutmaßlich bewusst herbeigeführten Absturz der Maschine gilt diese Grenze nicht. Es bestehe eine "unrechtmäßige Handlung" der Linie oder eines ihrer Mitarbeiter, erklärt der auf Luftfahrtrecht spezialisierte Anwalt Peter Urwantschky gegenüber der "Süddeutschen Zeitung".

Beträge variieren


Wie hoch die tatsächliche Haftungssumme im Einzelfall ausfällt, hängt von verschiedenen Faktoren ab, etwa wie alt das Todesopfer zum Zeitpunkt des Unglücks war, wie hoch sein Einkommen war und ob es etwa der Familienernährer war. Bei einem Manager können dies Millionen sein, bei einem Kleinkind vermutlich gar nichts, so die "SZ".

Zahlen muss den Schaden letztlich die Versicherung, wobei Flugzeuge in der Regel von Konsortien versichert sind. Im Falle der Germanwings-Maschine ist die deutsche Allianz der Hauptversicherer.