Istanbul/Wien. (af) Nach dem Terroranschlag auf den Atatürk-Flughafen in Istanbul haben sämtliche Flughäfen in Europa ihre Sicherheitsmaßnahmen weiter erhöht.

In Österreich reagierte Innenminister Wolfgang Sobotka am Mittwoch mit einer Videobotschaft auf seiner Facebookseite. "Die stärkste Waffe gegen den Terror ist eine freie, eine demokratische Gesellschaft, die sich zu wehren weiß. Daher haben wir sofort angeordnet, auch verstärkte Streifentätigkeiten am Flughafen durchzuführen", so der ÖVP-Politiker. Zudem seien die Sicherheitskräfte "auf die besondere Situation hingewiesen" und aufgefordert worden, "allen verdächtigen Wahrnehmungen sofort nachzugehen", erklärte der Minister.

Gesonderte Polizeikontrollen bei den Eingängen zur Flughafenhalle seien nicht geplant, so der Sprecher des Innenministeriums, Karl-Heinz Grundböck, auf Anfrage der "Wiener Zeitung" "Wir haben das nach bereits nach den Anschlägen in Brüssel auf europäischer Ebene diskutiert und sind dabei einhellig zum Ergebnis gekommen, dass dies nicht zielführend ist", erklärte er und verwies zudem auf den Umstand, dass es in Istanbul selbst derlei Kontrollen gebe und diese den Anschlag nicht verhindern konnten. Die für Schwechat zuständige Landespolizeidirektion Niederösterreich verwies darauf, dass die Sicherheitsmaßnahmen auf dem Flughafen nach den Anschlägen in Paris und Brüssel ohnehin schon sehr hoch seien. Garantien könne man keine erteilen. Dennoch werde alles getan, um das Sicherheitsgefühl der Passagiere zu erhöhen. Dutzende Beamte sowie die Sondereinheit Cobra und Hundestaffeln seien permanent im Einsatz.

Nicht nur in Wien, auch in anderen europäischen Städten wie Frankfurt, London, Paris und Rom herrschen verstärkte Vorsichtsmaßnamhen. "Jetzt heißt es länger warten, stellen Sie sich als Reisender darauf ein, dass die Sicherheitschecks ausgedehnt werden", meinte etwa ein Sicherheitsbeamter in Frankfurt.

340 Flüge gestrichen


Durch den Terroranschlag sind auch die Flüge von und nach Istanbul in Mitleidenschaft gezogen worden. Zwar wurde der Luftverkehr am Atatürk-Flughafen am Mittwoch wieder teilweise aufgenommen - erste Flüge von Turkish Airlines landeten am frühen Morgen, der Sender CNN Türk berichtete, Reisende könnten inzwischen auch wieder ins Terminal. Dennoch herrschte allgemeines Chaos im Flugverkehr. So strich Turkish Airlines nach dem verheerenden Angriff gestern mehr als 340 Flüge, bot aber ihren Passagieren mit Buchungen von oder nach Atatürk Airport an, die Flüge kostenlos umzubuchen oder zu stornieren.

Die Austrian Airlines (AUA) fliegt Istanbul seit 2014 nicht mehr an, bedient aber in der Chartersparte die Städte Antalya und Dalaman. "Derzeit ändert sich an unseren Türkeiflügen noch nichts, aber wir sind mit den nationalen Sicherheitsbehörden in ständigem Kontakt und bewerten die Situation laufend neu", sagte eine AUA-Sprecherin.