Venedig. 50 Jahre nach der katastrophalen Flut in Venedig, bei der am 4. November 1966 das Hochwasser 1,94 Meter und damit die höchste Marke aller Zeiten erreicht hatte, denkt die Stadt über ein System zum Schutz des Markusplatzes nach. Damit sollen Überschwemmungen drastisch reduziert werden, die jährlich das Fundament der Markusbasilika gefährden.

Der Denkmalschutz, der für die Markusbasilika zuständig ist, hat den angesehenen Ingenieur Pierpaolo Campostrini damit beauftragt, einen Plan zum Schutz der Basilika vor dem Hochwasser zu entwickeln. Der Eingang des im Jahr 1063 errichteten Wahrzeichens von Venedig ist der tiefste Punkt des gesamten Stadtkerns. Auch mit dem Dammprojekt MOSE, das ab 2018 die Lagunenstadt vor großen Überschwemmungen bewahren soll, würde der Markusbasilika das Hochwasser nicht erspart bleiben. Bisherige Pläne zum Schutz des Markusplatzes wurden nie konkretisiert.

Private Sponsoren gesucht

Laut dem Projekt sollte die Kanalisation rund um den Markusplatz geschlossen und der Platz mit einem hydraulischen System trockengelegt werden. Das Projekt würde 2,5 Millionen Euro kosten und in einem Jahr realisiert werden. Im Jahr 2018 wäre dann das Dammsystem MOSE komplett funktionsfähig, das die gesamte Lagunenstadt vor Hochwasserfluten schützen soll. Angesichts der wirtschaftlichen Engpässe der Stadt wollen die Denkmalschützer private Sponsoren suchen, die das Projekt für den Markusplatz finanzieren. Auch eine internationale Geldsammlung wird nicht ausgeschlossen.

Die Pläne für die Markusbasilika seien wesentlich billiger als das milliardenteure Dammprojekt MOSE (Modulo sperimentale elettromeccanico), das die Lagunenstadt vor Überflutungen schützen soll. Die Barrieren, die sich bei drohendem Hochwasser an den drei Eingängen der Lagune aufrichten, würden der Flut den Weg in die Lagune versperren. Das System, an dem die Stadt Venedig seit Jahren baut, wird erst 2018 vollständig funktionieren. Die Idee zu dem mobilen Deichsystem entstand bereits in den 1960er-Jahren. Nach weiteren schweren Überschwemmungen erklärte die Regierung in Rom die Rettung Venedigs zu einer Angelegenheit nationalen Interesses.