Eine Raumsonde des Forschungsprojekts ExoMars hat Fotos von Eisflächen an einem Kraterrand des Roten Planeten zur Erde geschickt.

Die Fotos sind die ersten Bilder aus der neuen Umlaufbahn der Sonde in 400 Kilometer Höhe über dem Mars. Die Station untersucht Gase, die Rückschlüsse auf geologische oder biologische Aktivität auf dem Mars ermöglichen. Das könnte zum Beispiel Methan sein. Die Bilder der Kamera sollen helfen, mögliche Quellen der Gase auf der Marsoberfläche zu entdecken.

Die Qualität der nun gelieferten Fotos ist nach Angaben der wissenschaftlichen Teams ausgezeichnet.

ExoMars

Die Raumsonde-Raumsonde - © ExoMars Sonde
Die Raumsonde-Raumsonde - © ExoMars Sonde

Die Sonde des europäisch-russischen Projekts ExoMars wurde im März 2016 an Bord einer Rakete ins All geschossen und i Oktober 2016 in eine Umlaufbahn um den Mars gebracht.

Seit einigen Wochen umrundet sie  den Planeten in einer neuen, fast kreisrunden Umlaufbahn. Im Jahr 2020 soll außerdem ein ferngesteuertes Fahrzeug, der ExoMars-Rover, zum Mars geschickt werden. Gesteuert wird die Sonde vom Satellitenkontrollzentrum der ESA in Darmstadt (Esoc) aus.

 

Marsbeben als Quelle der Erkenntnis

Die NASA bereitet inzwischen ihre nächste Mission vor. Im Mai soll eine Trägerrakete von der Vandenberg-Airforce-Basis in Kalifornien abheben und mehrere Instrumente zum Mars bringen. Darunter ein Seismometer, das mehrere europäische Forschungsanstalten unter der Leitung der französischen Raumfahrtagentur CNES zusammen entwickelt und gebaut haben.

Die ETH Zürich hat etwa die Elektronik beigesteuert. Nach der Landung am 26. November wird ein Roboterarm des Landers die Instrumente auf der Marsoberfläche platzieren. Das Seismometer, das etwa dreißig Kilogramm wiegt, erhält eine Schutzhülle und hat damit einen Durchmesser von etwa sechzig Zentimetern. Wenige Wochen später soll es bereits brauchbare Daten zur Erde senden.

Anhand der Erschütterungen, die ihr Instrument auf dem Mars misst, wollen Erdbebenforscher der ETH die innere Struktur des Planeten ergründen. Ihre Hoffnungen setzen sie dabei hauptsächlich in Marsbeben, wie Domenico Giardini, Professor für Seismologie und Geodynamik an der ETH Zürich erklärte: "Die Wellen eines Bebens, die das Seismometer registriert, gehen wie Röntgenstrahlen durch alles durch, sodass wir davon beispielsweise auf die Dichte des Gesteins oder die Temperatur im Marsinneren schließen können."