In Schluchten …

Für die Tourismuswirtschaft des Départements ist die Caverne du Pont d’Arc jedenfalls ein Volltreffer, der ganzjährig funktioniert. In den zweieinhalb Jahren ihres Bestehens hatte sie bereits über eine Million Besucher. Aber natürlich ist die Ardèche, insbesondere ihre Gorges, die Ardèche-Schlucht, auch für sich genommen ein Tourismusmagnet. Längs des grünlich schimmernden Flusses gibt es zahlreiche Campingplätze, man fährt Kanu, Kajak oder Rad, klettert die senkrecht in die Höhe steigenden Felswände hinauf oder badet an den weißen Sandbänken, zum Beispiel beim Pont d’Arc, einem vor über einer Million Jahren entstandenen natürlichen Steinbogen über der Ardèche, den schon die Römer als Brücke nutzen wollten, es dann aber doch sein ließen.

Ein eindrucksvolles Naturdenkmal, das vom stetigen Drang der Ardèche zeugt, sich durch den mächtigen Korridor des Kalksteinmassivs durchzuschlagen. Gelungen ist ihr das zwar, aber nicht gerade in geradliniger Art und Weise, und auch die 1960 erbaute Tourismusstraße entlang der Gorges de l’Ardèche schafft es nicht immer, die zahlreichen Mäander des Flusses getreulich nachzuzeichnen. Sobald man aber das Plateau erreicht hat, öffnen sich herrliche Blicke auf den vielfach gewundenen Fluss und die Kalksteinlandschaften des Naturschutzgebiets mit ihren undurchdringlichen Wäldern aus Wacholderbäumen, niedrigen Eichen und Garrigue – ein dichter, nicht überschaubarer Spannteppich, in dem sich Wildschweine und wilde Ziegen herumtreiben sollen. Die Erbauer der etwa 35 Kilometer langen Straße zwischen Vallon-Pont-d’Arc und Saint-Martin-d’Ardèche waren buchstäblich weitsichtig genug, eine Reihe von Aussichtsplätzen auf der ansonsten recht schmalen Straße einzubauen. Da und dort führen auch Wege durchs dichte Buschwerk ans Ufer hinunter – man geht lange und beschwerlich, hat die Sandbänke dann aber meist für sich.

… und Grotten

Im Umkreis der Kleinstadt Vallon-Pont-d’Arc und einige Kilometer abseits der Ardèche befindet sich die Tropfsteinhöhle Aven d’Orgnac, ein "Grand Site de France", sprich, eine als herausragend klassifizierte Sehenswürdigkeit. Im Unterschied zu Chauvet ist Orgnac eine Grotte mit vertikalem Eintritt (der französische Ausdruck "aven" bezeichnet eine solche), der Schacht im Kalkstein war seit Hunderten, wenn nicht Tausenden Jahren bekannt. "Die Menschen haben ihren Unrat oder auch totes Vieh hinuntergeschüttet, und immer wieder sind auch unachtsame Tiere in die Tiefe gestürzt, die ältesten Knochen sind 15.000 Jahre alt. "All das waren wertvolle Fundstücke für die Archäologen und Prähistoriker des 20. Jahrhunderts!", erklärt Philippe Tocino, unser Führer durch die Unterwelt.