Ein neues Modell von Sportalm. - © Sportalm / Silvia Schneider
Ein neues Modell von Sportalm. - © Sportalm / Silvia Schneider

Große Veränderungen stehen 2019 nicht bevor: Schürze bleibt Schürze, Rock bleibt Rock, Mieder bleibt Mieder. Aber bei Muster und Farbwahl darf variiert werden. Die Muster werden abwechslungsreicher, ungewöhnlicher. Blumen, Kreise, Fische, Katzen – alles kann sich da auf dem Rock oder auf der Schürze tummeln. Auch in den Farben gibt es neue Vorlieben: Neben dem Dauerwinner Rosa kommt 2019 Orange sehr stark ins Spiel.
Anna Tostmann, die die Geschäfte in Wien und Seewalchen am Attersee führt, sieht in der bewussten Rückkehr zum traditionellen Dirndl den Haupttrend: "Die Tradition ist der Trend 2019." Was aufs Erste widersprüchlich klingt, aber doch Sinn macht. Möglicherweise ist der Traditionstrend ein Zeichen dafür, dass man Altes wieder mehr schätzt und gegen den raschen Wechsel in der Mode ein Zeichen setzen will. Also nur bedingt ein Trend, denn Tradition heißt, Altes bewahren, keine Änderung zulassen. Wer das althergebrachte Ausseerdirndl verändern möchte, der bekommt es mit den Traditionalisten zu tun. Doch zwischen den ganz strengen Dirndlfundamentalistinnen und den Anhängerinnen der "Softvariation" gibt es großen Spielraum. Und jeder und jede versteht wahrscheinlich unter "echtem" Dirndl etwas anderes.
"Der Trend zum "echten Dirndl" oder zum Dirndl in welcher Form auch immer geht von der Jugend aus", meint Wolfgang Witzky, der Platzhirsch am Stephansplatz. "Vor fünf Jahren fanden die Mädel es plötzlich cool, im Dirndl in die Schule zu gehen. Bis zum vorigen Jahr war das Minidirndl ganz in, heute wird es eher der Faschingsmode zugeteilt. Bis zur halben Wade ist die neue Länge." Das Halli-Galli- Dirndl sei total out, meint Wolfgang Witzky kategorisch.
"Man neigt allgemein zum eleganten Dirndl", konstatiert Anna Tostmann. "Die klassischen Dirndln bleiben ja immer gleich, in der Kollektion jedoch toben wir uns aus", meint die eher zurückhaltende Anna Tostmann. Sie selbst bevorzugt gedeckte Farben, die sich gut untereinander mischen lassen: Altrosa oder Mauve mit Grau ist eine ihrer neuen Lieblingskompositionen. Konzentrische Kreise, im Durchmesser etwa von zehn Zentimetern, sind sicher ein ungewohntes Muster, und dann noch für eine Schürze! Röcke lässt sie entweder mit einem Paisleymuster oder mit alten Bett- und Tischwäsche- Mustern der Firma Leitner, von der sie auch das Leinen bezieht, bedrucken. Man merkt: Wenn Anna Tostmann "sich austobt", dann geschieht das dezent und im noblen Rahmen. Weil Eleganz und Noblesse immer schon das typische Merkmal der Tostmann-Kollektionen waren, hält Anna Tostmann auch nicht viel von modischen Accessoires wie Netzstrümpfen, High Heels, allzu tiefen Decolletées oder schreienden Farben. Beim Schmuck darf es schon ein wenig glitzern, meint sie, weil sie weiß, was Frauen mögen. Erstaunlich ist, dass Wolfgang Witzky da strenger urteilt: "Nicht blink-blink und glitzer-glitzer! Eine einfache Kordel mit einem silbernen Anhänger ist am schönsten. Der traditionelle Gablonzer Schmuck wird eher nur zum klassischen Dirndl getragen."