Der Architekt Rudy Ricchiotti hat das "J4", einen Kubus mit eleganter Spitze aus Beton entworfen, das durch eine hoch über dem Meer liegende Fußgängerbrücke aus Metall mit dem ehemaligen Gebäude aus dem 17. Jahrhundert verbunden ist und komplett renoviert wurde. Stefano Boeri hat sich mit der schneeweißen Villa Mediterranée gleich nebenan ein Denkmal gesetzt, in dem ebenfalls Ausstellungen präsentiert werden. Etwas weiter liegt dann noch das Musée des Regards de Provence, das 1948 von Fernand Pouillon erbaut wurde und zum Kulturerbe des 20. Jahrhunderts zählt.

Restaurants, Ateliers und Ausstellungen

Im Schatten der Docks lockt das 21. Jahrhundert mit seinen Sensationsbauten. So kann man etwa den blau-schillernden Büroturm von Zaha Hadid (mit 174 Metern das höchste Gebäude der Stadt) bewundern, und gleich danach die Quais d’Arenc von Jean Nouvel entdecken. Ein Besuch der Docks, der beispielhaft sanierten Lagerhäuser aus dem 19. Jahrhundert, ist unumgänglich: eine Flaniermeile mit Geschäften, Restaurants, Ateliers und regelmäßig stattfindenden Ausstellungen.
Frisch gestärkt lohnt sich ein Rundgang ins malerische Panierviertel. Hier, am Ende der engen, winkeligen Gassen, wo die Wäsche wie schon vor 100 Jahren vor den altrosa Fassaden im Wind flattert, liegt Le Couvent: Monsieur und Madame Tassy haben ein ehemaliges Kloster zu einem luxuriösen und stilvollen B&B umgebaut. Die neun geräumigen Suiten (ab 130 Euro) liegen teilweise auf zwei Etagen, manche verfügen sogar über eine gut eingerichtete Küche. Ideal, wenn man länger in der Stadt weilt, sehr zentral im idyllischen Panierviertel gelegen. (6, rue fonderie vieille.) Ein paar Treppen weiter unten stößt man unweigerlich auf den gemütlichen Teesalon "Cup of Tea". Nathalie verwöhnt ihre Gäste nicht nur mit über 55 Teesorten, sondern auch mit einer gut bestückten Bücherecke. Die Terrasse liegt praktischerweise an einem der schönsten Plätze der Stadt (1, rue caisserie). Gleich nebenan findet man Mitbringsel mit Kultstauts bei "Compagnie de Provence": die typische Seife von Marseille, stylisch und modern verpackt, Handcreme mit Rosenblütenaroma oder Feigenduschgel – so duftet der Süden!

Zurück zum Hafen. In der Bar "Caravelle" (34, Quai du Port) kann man herrlich das bunte Treiben und den Sonnenuntergang genießen – ganz abseits vom Trubel auf dem mikroskopisch kleinen Balkon, wo maximal drei Tische Platz haben. Unten tanzen die Segelboote im tiefblauen Wasser. Das Wahrzeichen von Marseille, die Basilika "Notre Dame de la Garde" thront gegenüber auf dem höchsten Hügel der Stadt. Bleibt nur noch zu überlegen, wo man bei einer Bouillabaisse (Fischsuppe) am besten den Tag ausklingen lassen könnte.