Zurück in die City
Die Rückkehr in die Millionenstadt Toronto mit ihren 2,5 Millionen Einwohner fühlt sich anschließend wie eine Zeitreise an. Hier herrscht geschäftiges Treiben. Der Name der Stadt stammt von den Ureinwohnern und bedeutet "Ort der Begegnung". Rund die Hälfte der in Toronto lebenden Menschen sind keine gebürtigen Kanadier. Die Einwanderer kommen aus allen Ecken der Erde und leben hier zum Teil auch – dank der Toleranz der Kanadier – ihre Kulturen weiter. Tolerant ist man in Kanada auch beim Drogenkonsum. Cannabis wurde erst kürzlich gänzlich freigegeben. Nicht zuletzt, weil Kanada der größte Produzent von Marihuana und Haschisch ist. Ein touristischer Pflichtbesuch in Toronto ist dem CN-Tower gewidmet. Auf der 447 Meter hoch gelegenen Plattform hat man einen großartigen Blick über die Stadt. Die Eintrittskarte kostet 38 kanadische Dollar, also etwa 25 Euro. Bis zur Spitze misst der Tower 553 Meter und war von 1975 bis 2009 der höchste Fernsehturm der Welt. Heute ist der CN-Tower immerhin noch der dritthöchste Turm und nach wie vor spektakulär: Die Aussichtsplattform hat einen gläsernen Fußboden mit freiem Blick in die Tiefe, in das berühmte Baseball-Stadion "Rogers Centre". Dieses ist, genauso wie das "Riplay‘s Aquarium of Canada", einen längeren Besuch wert. Eine Stadtrundfahrt im Hop-On-Hop-Off-Bus ist ebenso empfehlenswert.

Cowboys aus dem Joglland
Je nach Muße kann man dann eine Rinderfarm oder einen der zahlreichen Auswanderer aus Österreich besuchen. Dazu geht es mit einem Inlandsflug erst einmal nach Calgary, mit vier Stunden Flugzeit und zwei Stunden Zeitschiebung. In der Provinz Alberta leben rund vier Millionen Einwohner, eine Million davon in Calgary. Dem gegenüber stehen fünf Millionen Rinder, 50 Prozent davon sind sogenannte Angus-Rinder. Bei "Belvin Angus" konzentrieren sich die Cowboys auf die Zucht dieser Rinderrasse. Der Betrieb hält rund 350 Angus-Rinder und bewirtschaftet 1000 Hektar. Die Stiere werden mit 14 bis 15 Monaten direkt im Betrieb versteigert. Gehalten und gefüttert werden die Tiere auf der Weide oder in sogenannten "Feedlots" auf engsten Raum, aber im Freien. Ein Highlight kann auch ein Besuch bei einem österreichischen Auswanderer sein. Einer davon ist vor Jahren aus dem steirischen Joglland nach Kanada ausgewandert und bewirtschaftet heute einen Ackerbaubetrieb mit 3500 Hektar.

Schwarzfußindianer
Einen Überraschungsbesuch ist auch der "Head-Smashed-In Buffalo Jump" wert, 18 Kilometer nordwestlich des traditionsreichen Fort Macleod. Der Büffelsprung ist der historische Jagdplatz der Schwarzfußindianer. Er ist Unesco-Weltkulturerbe. In einem Museum wird gezeigt, wie die Ureinwohner Kanadas trotz ihrer nur spärlichen Jagdausrüstung bis zu 300 Bisons in kürzester Zeit erlegen konnten: Sie ließen die schlecht sehenden Tiere auf der Flucht gegen die Sonne über einen Felsen in den Tod springen. Früher gab es in dieser Region rund acht Millionen Büffel, heute leben dort nur noch 800.000. Der Legende nach hat der Büffelsprung den Namen bekommen, weil sich ein Indianerbub zu nahe an die Klippe gewagt hatte und ein herabstürzender Büffel ihm den Kopf zertrümmert hat.

Die Rocky Mountains
Weiter führt die Reise durch den eindrucksvollen Nationalpark in den Rocky Mountains nach Banff. Die Bergkette erstreckt sich über 4800 Kilometer von Kanada bis in die USA. Die höchste Erhebung auf kanadischer Seite misst rund 4000 Meter. Die Fahrt geht zum wohl bekanntesten Bergsee, dem Lake Louise, mit dem berühmten Fairmont Chateau am Ufer. Es ist wie das Banff-Springs-Hotel, das einem schottischen Schloss nachempfunden wurde, von der Eisenbahngesellschaft "Canadian Pacific" erbaut worden. Auch Bären gehören hier zuweilen zum Besichtigungsprogramm: Oft können sie unmittelbar neben der Hauptstraße auf den Böschungen beobachtet werden.
Weiter geht es nach Cranbrook und Kelowna, in das schier endlose Okanagan Valley, einem Fruchtgürtel mit Wein- und Obstbau. Okanagan Lake ist ein langer, schmaler Binnensee in der kanadischen Provinz British Columbia. Der rund 135 Kilometer lange und vier bis fünf Kilometer breite See schlängelt sich im südlichen Teil von British Columbia durch das Okanagan-Tal bis zur Grenze des US-Bundesstaates Washington.

Vancouver als Abschluss
Der krönende Abschluss der Kanada-Entdeckungsreise ist Vancouver. Die Stadt ist die drittgrößte des Landes und zählt rund 2,3 Millionen Einwohner. Etwa ein Drittel von ihnen sind Asiaten, die im vorigen Jahrhundert als Arbeitskräfte eingewandert sind. Das Land ist seit jeher ein Einwanderungsland und damit Heimat vieler Kulturen. Vancouver ist aufgrund des milden Wetters eine sehr beliebte und zugleich teure Stadt. Eine Stadtrundfahrt führt uns durch den mit über 400 Hektar größten Stadtpark Kanadas namens "Stanley Park", in dem bis zu 750 Jahre alte Zedernbäume wachsen. Auch ein Ausflug mit dem Schiff nach Vancouver-Island darf nicht fehlen. Diese Insel ist die größte an der Westküste, auf der rund 700.000 Menschen leben. Dort kann der berühmte "Buchart Garden", ein 20 Hektar großer botanischer Garten mit verschiedenen Motivgärten besucht werden. Der Prachtgarten ist in einem ehemaligen Steinbruch entstanden und gilt als Touristen-Highlight. Den Rest des Tages verbringen wir in Victoria, der Hauptstadt der Provinz British Columbia, auf Vancouver Island, bevor es zurück nach Europa geht.