Jedenfalls wurde das Kostüm derart bekannt, dass es sogar beim United States Patent and Trademark Office unter der Nummer 0762884 registriert wurde. Auch zwei Bücher widmeten sich ausführlich dem Hasenkostüm: "Big Bunny" von Joe Goldberg (1967) und "The Bunny Years" von Kathryn Leigh Scott (1998).

Die Auswahl, wer als Bunny in den Playboy Clubs arbeiten durfte, war sehr selektiv. Was von einem Bunny erwartet wurde und was es als Ausgleich dafür bekam, ist in einer eigenen Broschüre nachzulesen. Sie wurde erstmals Anfang 1960 herausgegeben (und viele Jahre später auf der Seite www.explayboybunnies.com veröffentlicht) und enthielt auch ein knappes Bewerbungsformular.

Während es zwar keine Standards für Größe oder Gewicht gab, obwohl beide sowie Haar- und Augenfarbe und Körpermaße sehr wohl angegeben werden mussten, waren ordentliche Proportionen und eine attraktive Gesamterscheinung eine Grundbedingung ebenso wie Charme, eine fröhliche Persönlichkeit und eine gute Körperhaltung. Mädchen, die jünger als 18 oder älter als 25 Jahre waren, brauchten sich allerdings nicht zu bewerben. Die Frage nach dem beruflichen Hintergrund wirft ein interessantes Licht auf die Welt der arbeitenden Frauen in den 1960er Jahren: Studentin, Stewardess, Sekretärin, Schauspielerin, Model, Lehrerin, Tänzerin oder Rezeptionistin werden da zum Ankreuzen angeboten.

Die bestimmte Bunny-Pose

Doch die Leistungen des Unternehmens schienen vielen Mädchen erstrebenswert und auch die möglichen Kontakte zu Größen aus der Film-, Fernseh- und Bühnenwelt, die in den Playboy Clubs regelmäßig ein- und ausgingen, waren ein attraktiver Anreiz, sich zu bewerben und dem strengen Training, das bei Aufnahme folgte, zu unterziehen. Zur Ausbildung zum perfekten Bunny gehörte unter anderem, 143 Alkoholmarken zu kennen oder 20 verschiedene Cocktails garnieren zu können. Je nach Einsatz, also etwa am Empfang, als Kellnerin, als Flugbegleiterin im Playboy-eigenen Jet oder im Verkauf von Rauchwaren, gab es zusätzlich spezielle Schulungen.

Besonders wichtig war die Körperhaltung: Die berühmte Bunny-Pose erforderte die geschlossene Haltung der Beine, einen durchgebogenen Rücken und nach hinten geschobene Hüften. War ein Bunny gerade nicht beschäftigt, durfte das Mädchen mit übereinandergeschlagenen Beinen auf der Rückenlehne eines Sofas oder Sessels sitzen, allerdings nicht zu nahe bei einem Kunden. Servierte ein Bunny einen Drink, dann kam der "Bunny Dip" zum Einsatz, eine Bewegung, die vom Playboy Bunny Kelly Collins erfunden worden war: Dazu musste das Mädchen sich elegant zurücklehnen, leicht in die Knie gehen und gleichzeitig das linke hinter das rechte Knie stellen – und das ganze Manöver nur, damit das tief ausgeschnittene Korsett nicht verrutschte und zu tiefe Einblicke gewährte. Falls es Fragen, Unsicherheiten oder sonstiges gab, residierte in jedem Club eine sogenannte "Bunny Mother": Sie beriet in Sachen Haarstyling und Makeup ebenso wie Charme und Umgang mit Kunden.