Playboy Bunnies arbeiteten meist fünf Tage in der Woche und pro Tag acht Stunden und verdienten durchschnittlich 200 Dollar die Woche. Zu Weihnachten und zu Ostern (sic!) hatten die Häschen dienstfrei, denn da waren die Klubs geschlossen. Playboy Bunnies waren auch für karitative Zwecke im Einsatz und sie mussten wöchentlich einen Dollar in den "Bunnies Wohltätigkeitsfonds" einzahlen, der von Playboy Enterprises verdoppelt wurde.

Die in der Broschüre angepriesenen guten Arbeitsbedingungen schienen vielen jedoch zu gut, um wahr zu sein. Die Studentin, Feministin und Journalistin Gloria Steinem wollte es überprüfen: Sie hatte einmal angemerkt, sie würde gerne undercover als Playboy Bunny arbeiten, um das Hefner-Imperium zu infiltrieren. 1963 setzte sie ihr Vorhaben in die Tat um und verbrachte einige Monate als Playboy-Bunny im New Yorker Playboy Club. Der über ihre Erfahrungen veröffentlichte Artikel "A Bunny’s Tale" im "Show"-Magazin erregte damals großes Aufsehen und machte Steinem umgehend berühmt. Sie beschreibt darin die ausbeuterischen Arbeitsbedingungen der Bunnies und die sexuellen Forderungen, die an sie gestellt wurden. Der Artikel findet sich auch in ihrem Buch "Outrageous Acts And Everyday Revolution" ("Unerhört. Reportagen aus ‚Ms‘") aus dem Jahr 1983. 1985 entstand ein Film über Steinem und ihre Zeit als Playboy Bunny, verkörpert wurde sie darin von Kirstie Alley.

Karrierebeginn als Häschen

Doch keine noch so drastische Wahrheit hielt junge Mädchen davon ab, sich weiterhin als Bunny zu bewerben, um so möglicherweise den Grundstein für eine Karriere vor allem im Showbusiness zu legen. Schauspielerinnen wie Barbara Bosson, Carol Cleveland, Julie Cobb, Janis Hansen, Lauren Hutton, Lynne Moody, Sherilyn Fenn, Patricia Quinn, Kathryn Leigh Scott, Susan Sullivan oder Jacklyn Zeman waren Playboy Bunnies, bevor sie Bühne und Leinwand eroberten. Aber auch andere Karrieren begannen als Häschen: So wurde aus Carol Sharkey, der Mutter von Jon Bon Jovi, ein US-Marine, und Kimba Wood war später US-Bundesrichterin.

Die Zeit der Bunnies und illustren Gäste endete 1988, als der letzte Playboy Club schloss. 2006 versuchte das "The Palms" Hotel und Casino in Las Vegas ein Revival und eröffnete im 52. Stockwerk des Fantasy Tower wieder einen Playboy Club. Die Bunny-Uniform wurde von Roberto Cavalli neu designt, doch der Versuch, den Glamour der 1960er- und 1970er Jahre wiederzubeleben, scheiterte letztendlich – 2012 wurde der Klub wieder geschlossen.

Der Bekannt- und Beliebtheit der Häschen-Outfits tat das alles jedoch keinen Abbruch: So posierte etwa das britische Model Kate Moss im klassischen Bunny-Kostüm auf dem "Playboy"-Cover der Ausgabe Jänner/Februar 2014, mit der gleichzeitig der 60. Geburtstag des Magazins und der 40. des Models gefeiert wurden. In Japan taucht das Bunny-Outfit regelmäßig in Mangas und Animés auf. Da die Bunnies ihre Arbeitskleidung nach Beendigung ihres Dienstverhältnisses zurückgeben mussten, verblieben sämtliche Teile im Besitz von Playboy Enterprises, von denen aber einige in speziellen Auktionen versteigert wurden. Angebote im Internet sind in Sachen Originalität daher wenig vertrauenswürdig. Man kann allerdings zwei Originale aus der Nähe bestaunen - dafür muss man jedoch eine Reise entweder nach Washington D.C. oder nach Chicago machen: Sowohl das Smithsonian als auch das Chicago History Museum haben ein Bunny Outfit ausgestellt.