Auf dem neuen Wind reiten vor allem die Jungen: "Sie sind gut gebildet, in der Welt herumgekommen, schauen nach vorne und sind offen. Trotzdem gibt es manche Bereiche, wo die Menschen immer noch sehr konservativ sind; Gefühle auf der Straße zur Schau zu stellen gehört da beispielsweise dazu. Und Homosexuelle haben es bis heute nicht leicht: Sie werden zwar nicht mehr offen verfolgt und haben wesentlich mehr Rechte, demonstrieren dürfen sie aber weiterhin nicht. Es haben sich sogar einige Politiker im Umkreis um Putin geoutet, was ein echter Fortschritt für dieses Land ist."

In diese Kategorie fallen auch die Informationstafeln und Hinweisschilder, die erst seit der Fußball-WM 2018 neben Kyrillisch auch in Englisch angeschrieben sind: "Den Verantwortlichen ist bewusst geworden, dass dieses Ereignis viele Besucher aus dem Ausland anziehen würde, die weder Russisch sprechen noch Kyrillisch lesen können. Und weil auch bei den Sicherheitskräften wie Polizei, Nationalgarde und Militär nicht genügend Leute Englisch sprechen, entschloss man sich zu dieser Maßnahme", erklärt Vladimir. Die Schilder sind tatsächlich hilfreich und ermöglichen ein ziemlich problemloses Weiterkommen in der Stadt. Die Straßennamen sind aber trotzdem nur in Kyrillisch – man tut also gut daran, zumindest noch schnell das Alphabet zu lernen, damit man dann am Stadtplan nachvollziehen kann, wo man gerade ist… Um seine Sicherheit braucht man jedenfalls nicht zu fürchten, auch in der Nacht kann man sich zumindest im Zentrum und den angrenzenden Bezirken unbehelligt bewegen. Und den beleuchteten Kreml, das Bolschoi oder viele andere Gebäude sollte man unbedingt auch nachts gesehen haben – da leuchten sie ebenso hell wie die Veränderungen, zumindest nach russischen Maßstäben…

Die Reise erfolgte auf Einladung des Hotel Metropol.