Wer auf Schuhe nicht verzichtet, darf die passenden Wandersocken nicht vergessen. Alltagssocken am Berg sind mit Sicherheit die falsche Wahl, da sie zumeist zu dünn und wenig belastbar sind. Die Nähte sind zudem idealer Ausgangspunkt für schmerzhafte Schürfstellen und Blasen. Auch hier überraschen die angebotenen Varianten. Bei der Vielfalt an Materialien (Polyamid, Polyester, Elasthan, Merino, Baumwolle etc.) und Spezialanfertigungen tut es gut, auch einfache Tipps zu finden. Dass es etwa Sinn macht, mit zwei Paar Socken zu wandern, um die schmerzhafte Blasenbildung zu verhindern. Erfahrene Bergfexe raten zudem, frisch gewaschene Socken vor der Tour – etwa über Nacht – zu tragen. Die kratzigen Fasern passen sich während des Schlafs der Fußform an. Lästige Druckstellen können so von Anfang an vermieden werden.

Wanderstöcke geben Halt

Weiter geht es in die Abteilung für Wanderstöcke. Sie sind mittlerweile Teil des perfekten Outfits und vor allem auf längeren Strecken geschätzte Wegbegleiter. Sie geben Halt und Sicherheit, beschleunigen das Schritt-Tempo, entlasten die Kniegelenke bei gleichzeitiger Stärkung der Arm- und Rückenmuskulatur. Als Grundeinstellung für Anfänger wird gerne die Faustregel "Körperlänge x 0,68 = Stocklänge" genannt.

Auf sanften Wegen mit wenig Auf und Ab wird ein annähernd rechter Winkel am Ellbogengelenk empfohlen. Bei anspruchsvollen Bergtouren macht die Verwendung von Teleskopstöcken Sinn, die eine individuelle Anpassung der Stocklänge an das Gelände ermöglichen. Bei steilen Anstiegen wird ihre Länge verkürzt, bei Abstiegen entsprechend verlängert. Freunde von Details berücksichtigen noch allfällige anatomische Besonderheiten (etwa die Beinlänge), das Gehtempo, die Dicke der Schuhsohle und spezielle Geländeformen – etwa lange Hangquerungen – mit unterschiedlichen Stocklängen. Im Internet finden sich unzählige Studien mit Spezialtipps und Tabellen für das ultimative Wanderstock-Erlebnis samt hilfreicher Produktvergleiche der wichtigsten Anbieter. Man kann alles übertreiben, aber sparen sollte man auch bei Wanderstöcken nicht. Die billigen Produkte haben oft schlaufenlose Griffe aus hartem Kunststoff statt aus Kork und Schaumstoff. Das kann bei längeren Wanderungen schmerzhafte Blasen auslösen. Und die braucht keiner – sie reichen an den Füßen.

Die Kunst des Rucksack-Packens

Schuhe, Stöcke, Socken – das war erst der Anfang. Auf der langen Liste finden sich noch zahlreiche andere unverzichtbare Notwendigkeiten. Ganz oben steht der Rucksack. Die Vielfalt der Modelle ist nicht mehr zu überblicken. Also macht es Sinn, sich zunächst über den drohenden Inhalt Gedanken zu machen und nicht über Vor- und Nachteile welcher hippen Marke. Autor Stephan Bernau bringt es auf www.bergzeit.at auf den Punkt: "Zum richtigen Packen des Rucksacks gehört nicht nur das Verteilen der Ladung, sondern auch das Managen ihres Gewichts und ihres Volumens. Wer richtig packen will, muss – so ist es leider – auf unheimlich viel achten." Neben der Beschränkung des Gesamtgewichts auf maximal 25 Prozent des Körpergewichts (was für Ungeübte sehr viel ist!) entscheidet vor allem die Verteilung der Last über Wohl- und Unwohlsein. So sind leichte Inhalte wie Daunenjacke und Schlafsack im Bodenfach, schwere Lasten wie Proviant in Schulterhöhe möglichst körpernah zu verstauen. Kleinigkeiten, die häufig gebraucht werden, sind im Deckelfach griffbereit unterzubringen. Denn nichts ist nerviger, als ständig herumkramen zu müssen und im heillosen Durcheinander binnen kürzester Zeit nichts mehr zu finden.

Und es geht munter weiter: Anorak, Wanderhose, Verpflegung – allein diese drei wichtigen Bergbegleiter füllen ganze Bücher. Ganz zu schweigen von den unverzichtbaren "Kleinigkeiten" wie Höhenmesser, Kompass, Trinkflasche, Stirnlampe, Proviant, Notfall-Apotheke und Biwak-Sack.

Bevor noch vor dem ersten Schritt ins Freie Mutlosigkeit die Oberhand gewinnt, empfiehlt sich zum Einstieg eine kurze Tour mit erholender Einkehr ohne große Schlepperei. Bei neuen Bergschuhen sollten zum Eingewöhnen ohnehin moderate Schnupperstrecken gewählt werden, die wohl überlegt sein sollen. Denn ohne gründliche Vorbereitung der Route nützt bekanntlich die beste Ausrüstung nichts. Doch das ist eine andere Geschichte.