Und plötzlich zeichnete sich vor einigen Jahren eine ambitionierte Gründergeneration bei Galerien ab. Neueröffnungen wie Gianni Manhattan, Zeller van Almsick, Lisa Kandlhofer oder die Vin Vin Gallery sorgten dafür, dass sich Wien plötzlich nicht nur wegen seiner ausgezeichneten, musealen Institutionen wie mumok, Secession, Belvedere 21, Kunstraum Niederösterreich oder Kunsthalle auf der Roadmap des internationalen Kunsttourismus wiederfand, sondern auch, weil es ganz aktuelle, sperrige, spannende und überaus innovative Kunst in Galerien zu sehen gibt.

Die Galeristin Sophie Tappeiner ist eine von den Wagemutigen, die sich gegen einen merkbaren internationalen Trend stellen, der besagt, dass es für kleine und mittlere Ausstellungsräume immer schwieriger wird, finanziell zu überleben. Damit fällt aber auch ein entscheidender Faktor der Kunst der Gewinnmaximierung zum Opfer: der kontinuierliche Aufbau und die Betreuung von jungen Künstlerinnen und Künstlern. Davon hat sich Tappeiner nicht abschrecken lassen. Wobei sie im Gespräch immer wieder betont, dass für sie vorrangig die internationale Perspektive zählt. Die Sichtbarkeit und Verbreitung von zeitgenössischer Kunst ist ihrer Meinung nach absolut nicht mehr an regionale Grenzen gebunden. Mit moderner Technik, Bildübertragung können Sammler innerhalb kurzer Zeit über neue Arbeiten informiert werden.

Nachdem sie 2014 aus London nach Wien zurückgekehrt ist, haben ihr in Wien eben solche international agierende Galerien gefehlt und sie hat den Sprung ins kalte Wasser gewagt. "Mein persönlicher Ansatz ist es, intensiv mit Künstlerinnen und Künstlern zu kooperieren und zu versuchen, sie verstärkt ins Rampenlicht einer globalen Kunstszene zu setzen", erläutert sie ihre Entscheidung und Ausrichtung. Aus ihrer Geschichte definiert sie sich als internationale Galerie, was sich auch daran zeigt, bei Messen in Wien, Paris oder Berlin vertreten zu sein. Wobei sie aber ebenfalls intensiv daran arbeitet, auch vor Ort eine junge, lokale Sammlergeneration aufzubauen und nachhaltig zu betreuen.