Blaue Segelflossen-Doktorfische, gelb-schwarz-weiße Fähnchen-Falterfische, Große Drachenfische, Rotfeuerfische, Tigerschwanz-Seepferdchen, Stachelrochen und viele weitere tropische Meeresbewohner lassen sich hinter den Glasscheiben im Wasser treiben, während die Zoobesucher den langen Gang des Aquarienhauses in Schönbrunn abschreiten oder auf einer der Sitzbänke verweilen und die kontemplative Ruhe der Fische auf sich wirken lassen (dass sich das Betrachten eines Aquariums positiv auf Stoffwechsel und Psyche auswirkt, ist längst wissenschaftlich belegt). Und mancher Besucher denkt sich: Das muss doch extrem schwierig und viel Arbeit sein, insbesondere diese Exoten zu halten.

Stimmt nicht, meint Anton Weissenbacher, der zoologische Abteilungsleiter des Aquarienhauses in Schönbrunn. "Salzwasserfische sind im Aquarium auch für Privatpersonen nicht schwieriger zu halten als Süßwasserfische. Es ist nur teurer. Wenn man die Grundbedingen schafft – was man bei jedem Tier tun muss – sind sie sogar langlebiger und robuster." Warum? Weil ihnen die gleichbleibenden Temperaturen im Wohnzimmer sehr entgegenkommen. "Die meisten marinen Fische mögen keine Temperaturschwankungen, während viele Süßwasserfische sie brauchen", erläutert der Zoologe. "Selbst in tropischen Gewässern, bis auf die ganz großen Flüsse und Seen, gibt es sogar tageszeitliche Veränderungen, während die Temperatur im Meer, vor allem im tropischen Bereich, wo unsere Fische herkommen, extrem konstant ist. Da sind zwei Grad Unterschied schon El Niño, ein riesiges Problem, wo viele Tiere sterben und die Korallen bleichen, wenn es zu schnell passiert." Nur die Technik kostet eben mehr.

Im Trend: Nanoaquaristik und Aquascaping ohne Tiere

Dabei gilt: Je größer das Aquarium, desto besser. Und zwar nicht so sehr, weil die Fische so viel Platz bräuchten: "Die haben meistens ohnehin nicht den Drang, sehr weit zu schwimmen, wenn sie nicht gerade Nahrung suchen. Sie wären oft erstaunt, wie wenig sich Tiere in freier Wildbahn bewegen, wenn sie es nicht müssen." Das viel wichtigere Argument ist, dass das System träger wird, je mehr Wasservolumen da ist, "umso stabiler wird es".

Allerdings gilt es, die Statik zu berücksichtigen, weil da leicht ein paar hundert Kilo pro Quadratmeter zusammenkommen. Damit man nicht zum Nachbarn durchbricht, sollte das Aquarium an einer tragenden Wand stehen. "Da hat es vielleicht Sinn, den Bauträger oder Vermieter nach der Tragfähigkeit des Bodens zu fragen." Immer häufiger werden große Aquarien auch gleich in eine Wand eingepasst beziehungsweise mit Rigipsplatten so verbaut, dass es so aussieht, oder fungieren als Raumteiler.