In der "Flowercompany" entwickeln sich Alocasien (Pfeilblatt oder Elefantenohr) zu den aktuellen Kundenfavoriten: "Da gibt es so viele Arten, wer einmal damit anfängt, will sie alle haben.", sagt Andrea Mühlwisch. Ähnlich verhält es sich bei den Begonien, die eingangs erwähnte schicke Pünktchen-Pflanze hat jede Menge adrette Verwandte. Mühlwisch würde noch die Monstera variegata zu den Trends hinzufügen: die Pflanze sieht aus, als hätte sich ein betrunkener Malermeister mit der weißen Farbe an ihr vergangen. Aber: alles Natur. Allerdings ist die Pflanze schwer zu kultivieren und daher ist die Nachfrage nicht zu befriedigen.

Aber wenn man überall grün sieht, wie grün ist das? Stichwort Nachhaltigkeit: Andrea Mühlwisch beruhigt, zumindest in ihrem Fall. "Bei mir gibt es keine blühenden Pflanzen, also die ganzen Azaleen und Co, die man im Baumarkt in Massen findet. Die Lebenszeit von denen ist auch nicht viel länger als bei einem Blumenstrauß. Die sind ja aufwändig produziert, du brauchst die Erde, die Energie, das Glashaus, dann wird das billig verkauft und nach drei Wochen landet der monatelange Produktionsaufwand im Kübel. Diese Wegwerfpflanzen werden oft schon im Geschäft entsorgt. Zimmerpflanzen hingegen: Wenn man sich um die kümmert, dann leben die ewig. Bei mir stehen Pflanzen mitunter zwei Jahre im Geschäft und die kann man immer noch verkaufen."

Weil es aber dann doch auch bei den Dschungeljüngern genug Kandidaten mit nur hellgrünem Daumen gibt, hat sich auf den Sozialen Medien nun auch schon eine eigene Art von (Nerd-)Humor für Pflanzenfreaks entwickelt. Der Instagram Account "oops_i_wet_my_plants" teilt etwa mit witzigen Memes sein ambitioniertes, leicht besessenes Pflantfluencer-Schicksal mit der Community. Zum Beispiel einer Tortengrafik zum Thema: "Kannst du bitte keine Pflanzen mehr kaufen, bis du entschieden hast, wo die letzten hingestellt werden?" 98 Prozent, grün eingefärbt, fallen auf die Antwort "Nein". Die restlichen zwei Prozent, rot eingefärbt, fallen auf "Nein, aber in rot."
Oder mit einem Totalschaden-Auto, das am Benzinschlauch hängt und der Bildunterschrift: "Sicherheitshalber noch einmal die tote Pflanze gießen, man weiß ja nie."

Was dem wohl zum Café Concerto einfiele…